Begriffe der Kunst

Begriffe, denen du in Museen, Büchern und in der App begegnest – mit Erklärung und Aussprache. Tippe auf den Lautsprecher, um das Wort in seiner Sprache zu hören.

Fresk: Malerei auf nassem Kalkputz; die Pigmente binden ab, wenn der Putz trocknet.

Secco: Malerei auf trockenem Putz. Hält schlechter als das echte Fresko – wie Leonardos „Abendmahl“.

Giornata: Tagwerk: der Abschnitt eines Freskos, der an einem Tag gemalt wurde, bevor der Putz trocknete.

Tempera: Farbe, deren Pigmente mit Eigelb gebunden sind. Trocknet schnell zu einer matten Oberfläche.

Oljemålning: Pigmente, in Leinöl gebunden. Trocknet langsam und lässt sich in durchscheinenden Schichten aufbauen.

Lasyr: Eine dünne, durchscheinende Farbschicht, die Tiefe und Glanz verleiht.

Impasto: Dick aufgetragene Farbe, die als Relief auf der Leinwand sichtbar ist, wie bei van Gogh und Rembrandt.

Grisaille: Malerei in Grautönen, oft um Skulptur nachzuahmen.

Akvarell: Durchscheinende Wasserfarbe auf Papier; das Weiß des Papiers wird zum Licht des Bildes.

Gouache: Deckende Wasserfarbe mit matter Oberfläche.

Pastell: Trockene Farbkreiden aus reinem Pigment. Ergibt weiche, samtige Oberflächen.

Enkaustik: Pigmente in geschmolzenem Wachs. Verwendet in antiken Mumienporträts und von Jasper Johns.

Collage: Bild, das aus Papier, Fotos und anderen Materialien zusammengeklebt wird.

Assemblage: Dreidimensionale Collage aus Objekten.

Readymade: Ein fertiger Alltagsgegenstand, der als Kunst ausgestellt wird. Eine Erfindung Duchamps.

Träsnitt: Grafisches Verfahren, bei dem das Bild aus einer Holzplatte geschnitten und gedruckt wird.

Kopparstick: Grafik, bei der die Linien in eine Kupferplatte graviert werden.

Etsning: Grafik, bei der Säure die Linien in eine Metallplatte ätzt. Rembrandt und Zorn waren Meister dieser Technik.

Litografi: Steindruck: Das Bild wird mit Fett auf einen Stein gezeichnet und gedruckt.

Serigrafi: Siebdruck durch ein Gewebe. Warhols Technik.

Mosaik: Bild aus kleinen Stücken Stein oder Glas, den Tesserae.

Chiaroscuro: Das Spiel zwischen Hell und Dunkel, das Form und Volumen erzeugt.

Sfumato: Weiche, verschwommene Übergänge ohne scharfe Konturen. Leonardos Markenzeichen.

Tenebrism: Starke Dunkelheit mit einem harten, gerichteten Licht, wie bei Caravaggio.

Kontrapost: Haltung, bei der das Gewicht auf einem Bein ruht, sodass sich der Körper schwingt. Stammt aus der Antike.

Centralperspektiv: Linien, die ins Bild hineinführen, treffen sich in einem Fluchtpunkt auf der Horizontlinie.

Luftperspektiv: Ferne Dinge werden blasser und blauer gemalt, um Entfernung zu zeigen.

Förkortning: Eine Form, die auf den Betrachter zeigt und deshalb verkürzt dargestellt wird.

Trompe-l’œil: „Täusche das Auge“: Malerei, die so wirklichkeitsgetreu ist, dass man glaubt, es sei echt.

Di sotto in sù: Deckenmalerei, von unten gesehen, sodass die Figuren über dem Betrachter schweben.

Valör: Die Helligkeit einer Farbe – wie hell oder dunkel sie ist.

Komplementfärg: Die gegenüberliegende Farbe im Farbkreis, die die andere verstärkt.

Komposition: Wie die Teile des Bildes angeordnet sind.

Gyllene snittet: Das Verhältnis von etwa 0,618 : 1, das oft als harmonisch gilt.

Pentimento: Spur einer Änderung, die unter der Farbe durchscheint: Der Künstler „bereute“ etwas.

En plein air: Malerei im Freien. Die Arbeitsweise der Impressionisten.

Alla prima: Nass in nass: ein Gemälde, das in einem Zug gemalt wird, ohne dass die Schichten trocknen.

Ikonografi: Die Lehre von den Motiven und Symbolen der Bilder.

Attribut: Gegenstand, der zeigt, wer eine Figur ist: die Schlüssel des Petrus, das Rad der Katharina.

Vanitas: Stillleben über die Vergänglichkeit des Lebens: Totenschädel, Kerzen und Sanduhren.

Memento mori: „Bedenke, dass du sterben wirst“ – Erinnerung an den Tod im Bild.

Stilleben: Gemälde von Gegenständen: Blumen, Früchte, Gefäße.

Genremåleri: Bilder des Alltagslebens.

Historiemåleri: Biblische, mythologische und historische Szenen – die höchste Gattung der Akademien.

Allegori: Ein Bild, in dem Personen und Gegenstände für Ideen stehen, wie die Gerechtigkeit mit der Waage.

Pietà: Maria mit dem toten Christus auf dem Schoß.

Bebådelsen: Der Engel Gabriel verkündet Maria, dass sie den Sohn Gottes gebären wird.

Tronie: Niederländische Studie eines Gesichts oder Typus, kein bestelltes Porträt.

Rückenfigur: Eine Figur, von hinten gesehen, durch die wir die Landschaft betrachten. Ein Kunstgriff Friedrichs.

Fête galante: Bilder eleganter Paare, die in Parks feiern. Watteaus Gattung.

Triptyk: Ein Werk in drei Teilen, oft ein Flügelaltar.

Altartavla: Gemälde oder Skulptur hinter dem Altar einer Kirche.

Ikon: Heiliges Bild der orthodoxen Kirche, nach festen Vorbildern gemalt.

Relief: Skulptur, die aus einem Hintergrund hervortritt.

Byst: Skulptur von Kopf und Oberkörper.

Kapitäl: Der oberste, oft verzierte Teil der Säule.

Strävbåge: Bogen außerhalb einer gotischen Kirche, der den Schub der Gewölbe aufnimmt.

Kupol: Halbkugelförmiges Dach, wie beim Pantheon und beim Petersdom.

Installation: Ein Werk, das einen Raum ausfüllt und das man betritt.

Performance: Kunst als Handlung, die vor Publikum ausgeführt wird.

Avantgarde: „Vorhut“: Künstler, die Neuland betreten.

Akademism: Kunst nach den Regeln der Akademien: glatte Oberfläche, Ideale, historische Motive.

Salongen: Die offizielle Ausstellung in Paris, die über die Karrieren von Künstlern entschied.

Pointillism: Bilder aus kleinen Punkten reiner Farbe, die sich im Auge mischen. Seurats Methode.

Jugend: Art nouveau: der Stil der Jahrhundertwende mit geschwungenen, pflanzenartigen Linien.

Dada: Antikunstbewegung ab 1916, die gegen Krieg und Vernunft protestierte.

Konkretism: Geometrische Kunst, die nichts darstellt, sondern in sich selbst „konkret“ ist.

Rokoko: Der leichte, spielerische Stil des 18. Jahrhunderts, benannt nach dem Muschelornament Rocaille.

Manierism: Der gekünstelte Stil der Spätrenaissance mit gelängten Körpern.

Veduta: Detailreiche Stadtansicht, wie Canalettos Venedig.