Der Durchbruch der Moderne

Die Großstadt, der Wolkenkratzer und der Jazz gaben den USA eine eigene Modernität – und die Armory Show von 1913 brachte die europäische Avantgarde ins Land.

Um 1900 richtete eine Gruppe von Malern in New York den Blick auf den Alltag der Großstadt: Hinterhöfe, Wäscheleinen, Boxkämpfe und enge Straßen. Sie wurden später Ashcan School genannt, die „Mülleimer-Schule“, und wollten das Leben zeigen, wie es war. Zur gleichen Zeit zeigte der Fotograf Alfred Stieglitz in seiner kleinen Galerie 291 an der Fifth Avenue moderne europäische Kunst.

Die große Wende kam 1913 mit der Armory Show in New York. Die Ausstellung zeigte rund 1 300 Werke, darunter Matisse, Picasso und Marcel Duchamps „Akt, eine Treppe herabsteigend“, das sowohl Gelächter als auch Zorn hervorrief. Das Publikum sah zum ersten Mal Kubismus und Fauvismus aus der Nähe, und viele amerikanische Künstler änderten ihre Richtung.

In der Zwischenkriegszeit bestanden mehrere Strömungen nebeneinander. Georgia O'Keeffe malte vergrößerte Blumen und Wüstenlandschaften, Edward Hopper einsame Menschen in Städten, und die Harlem Renaissance gab afroamerikanischen Künstlern und Schriftstellern eine neue Stimme. Während der Depression stellte der Staat durch das Federal Art Project Tausende Künstler an, die Wandbilder und Plakate schufen.