Realismus und das Vergoldete Zeitalter

Nach dem Bürgerkrieg wuchsen Industrien und Vermögen, und die Künstler schilderten sowohl das moderne Leben als auch die harte Wirklichkeit des Meeres und des Körpers.

Nach dem Bürgerkrieg veränderten sich die USA rasch. Eisenbahnen verbanden den Kontinent, Industrien wuchsen, und eine neue Klasse sehr reicher Familien entstand. Mark Twain nannte die Zeit „The Gilded Age“, das Vergoldete Zeitalter: an der Oberfläche glänzend, darunter aber oft korrupt und ungerecht. Die Kunst spiegelte sowohl den Reichtum als auch seine Schattenseiten.

Winslow Homer und Thomas Eakins wurden die großen Realisten der Zeit. Homer hatte den Bürgerkrieg für Zeitungen gezeichnet und malte dann Bauern, Kinder und vor allem das Meer und die Fischer in Maine. Eakins in Philadelphia studierte Anatomie und Fotografie und malte Ruderer, Boxer und Ärzte mit einer Sachlichkeit, die die Zeitgenossen schockierte.

Andere Amerikaner machten in Europa Karriere. James McNeill Whistler malte in London stimmungsvolle Nocturnes und vertrat die Auffassung, Kunst solle um ihrer selbst willen existieren. John Singer Sargent wurde der Porträtmaler der reichen Welt. Mary Cassatt, die einzige Amerikanerin, die mit den Impressionisten in Paris ausstellte, schilderte Frauen und Kinder im Alltag.