Flämischer Barock
In den katholischen, spanischen Niederlanden machte Peter Paul Rubens Antwerpen zu einem der Kunstzentren Europas. Mit Anthonis van Dyck, Jacob Jordaens und Frans Snyders erhielt der Barock eine flämische Prägung voller Bewegung, Fleisch und Farbe.
Nach der Teilung 1585 hatte Antwerpen seinen Handel verloren, doch Kirche und Hof brauchten Kunst. Der Bildersturm hatte die Kirchen geleert, und die Gegenreformation wollte sie wieder mit großen Altarbildern füllen, die die Gläubigen berühren konnten. Unter den Erzherzögen Albert und Isabella, die von Brüssel aus regierten, und während des Waffenstillstands mit dem Norden 1609–1621 setzte eine neue Blüte ein.
Peter Paul Rubens kehrte 1608 nach acht Jahren in Italien zurück und wurde Hofmaler der Erzherzöge. Mit „Die Kreuzaufrichtung“ und „Die Kreuzabnahme“ in der Kathedrale von Antwerpen zeigte er, wie sich italienische Größe und flämische Farbe verbinden ließen. Seine Werkstatt lieferte Altarbilder, Mythologien, Porträts sowie Vorlagen für Bildteppiche und Bücher für Höfe und Kirchen in ganz Europa.
Um Rubens arbeitete eine ganze Generation. Anthonis van Dyck wurde einer der führenden Porträtmaler seiner Zeit, zunächst in Genua und später am Hof Karls I. in London. Jacob Jordaens malte derbe, lärmende Feste, Frans Snyders Tiere und Stillleben und Jan Brueghel der Ältere Blumen und kleine Landschaften. David Teniers der Jüngere und Adriaen Brouwer schilderten Bauern und Wirtshäuser.