Die französische Renaissance

Die französischen Könige holten Künstler aus Italien und schufen eine eigene, elegante Renaissance.

Ab 1494 zogen französische Könige immer wieder nach Italien, um Neapel und Mailand zu erobern. Die Kriege scheiterten letztlich, doch die Könige und der Adel kehrten voller Eindrücke zurück. Sie hatten Paläste, Gärten und Gemälde gesehen, die es nördlich der Alpen nicht gab. Bald entstanden im Loiretal Schlösser mit italienischen Details auf französischen Grundrissen, mit hohen Dächern, Türmen und Schornsteinen, die an mittelalterliche Burgen erinnerten.

Franz I., König ab 1515, wurde zum großen Förderer der Renaissance in Frankreich. Er lud Leonardo da Vinci ein, der seine letzten Jahre bei Amboise verbrachte, und erwarb italienische Meisterwerke für seine Sammlungen. Ab den 1530er-Jahren arbeiteten die Italiener Rosso Fiorentino und Primaticcio am Schloss Fontainebleau. Mit französischen und flämischen Mitarbeitern schufen sie einen eleganten Stil mit langgestreckten Körpern, Stuck und mythologischen Motiven, der als Schule von Fontainebleau bezeichnet wird.

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts besaß Frankreich eigene Meister. Die Architekten Pierre Lescot und Philibert de l'Orme sowie die Bildhauer Jean Goujon und Germain Pilon gaben der italienischen Form einen französischen Ausdruck, klarer und zurückhaltender. Die Porträtmaler Jean und François Clouet schilderten den Hof in kleinen, präzisen Bildern. Die Religionskriege ab 1562 zerstörten vieles, doch Heinrich IV. baute Paris nach 1598 mit neuen Plätzen, Brücken und Galerien wieder auf.