Renaissance, Bruegel und Bildersturm

Antwerpen wurde zum Handelszentrum Europas, die Maler reisten nach Rom, und Pieter Bruegel malte das Bauernleben und die Landschaft.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wuchs Antwerpen zur wichtigsten Handelsstadt Europas heran. Hierher kamen Gewürze aus Portugal, Silber aus Süddeutschland und Tuch aus England. Das Geld zog Künstler an, und die Stadt zählte Hunderte von Malern, Kupferstechern und Buchdruckern. Gleichzeitig begannen niederländische Maler, nach Italien zu reisen. Sie kehrten mit antiken Göttern, nackten Körpern und italienischer Architektur zurück und versuchten, dies mit der eigenen Tradition zu verbinden. Antwerpen wurde zu einem Treffpunkt für Ideen, Waren und Menschen aus dem ganzen Kontinent.

Die Künstler, die sich an Italien orientierten, werden oft Romanisten genannt. Zu ihnen gehörten Jan Gossaert, Jan van Scorel, Maarten van Heemskerck und Frans Floris. Gleichzeitig entwickelten sich neue Motivkreise. Joachim Patinir malte weite Weltlandschaften, und Pieter Aertsen füllte seine Bilder mit Fleisch, Gemüse und Marktvolk. Daraus sollten sich nach und nach Landschaftsmalerei, Stillleben und Genremalerei als eigene Kunstgattungen entwickeln. Viele dieser Künstler arbeiteten eher für einen offenen Markt als für einzelne Auftraggeber.

Der größte Künstler der Epoche war Pieter Bruegel der Ältere. Er schilderte Bauern, Jahreszeiten und Sprichwörter mit Humor, Schärfe und Mitgefühl. In seinen letzten Lebensjahren brachen religiöse und politische Konflikte aus. Im Jahr 1566 stürmten Protestanten die Kirchen und zerstörten Bilder. Zwei Jahre später begann der Aufstand gegen Spanien, der die Niederlande in zwei Teile spalten sollte. Als Antwerpen 1585 fiel, flohen Tausende von Künstlern und Handwerkern nach Norden. Mit ihnen verlagerte sich auch der Schwerpunkt der Kunst vom Süden in den Norden.