Der Barock: Klöster, Paläste und Fresken
Nach dem Sieg über die Osmanen 1683 wurde Österreich im Stil des Barock umgebaut. Fischer von Erlach und Hildebrandt entwarfen Kirchen und Paläste in Wien, die Klöster entlang der Donau erhielten goldene Bibliotheken, und Paul Troger und Franz Anton Maulbertsch malten Himmel in die Gewölbe der Decken.
Der Barock kam über Salzburg nach Österreich, wo die Erzbischöfe schon 1614 italienische Architekten mit dem Bau eines neuen Doms beauftragten. In Wien ließ der große Bauboom auf sich warten, bis die osmanische Belagerung 1683 zurückgeschlagen war. Danach wollten Kaiser, Kirche und Adel den Sieg und den Triumph des katholischen Glaubens zeigen, und ein halbes Jahrhundert lang entstanden Paläste, Kirchen und Klöster in beispiellosem Tempo.
Johann Bernhard Fischer von Erlach, der in Rom studiert hatte, entwarf die Karlskirche mit ihren zwei Säulen nach dem Vorbild der Trajanssäule, Schloss Schönbrunn und den Prunksaal der Hofbibliothek. Johann Lukas von Hildebrandt baute das Belvedere für Prinz Eugen von Savoyen, den Feldherrn, der die Osmanen besiegt hatte. Auf dem Land wurden die Klöster Melk, St. Florian, Göttweig und Altenburg zu palastartigen Anlagen umgebaut.
Die Malerei war vor allem Deckenmalerei. Johann Michael Rottmayr, Daniel Gran und Paul Troger füllten Kuppeln und Bibliotheksdecken mit himmlischen Szenen, in denen Heilige und Allegorien in hellem Licht schweben. Zur Zeit Maria Theresias malte Franz Anton Maulbertsch in leichten, fast flimmernden Farben, die den Barock seinem Ende entgegenführten. Der Bildhauer Georg Raphael Donner verlieh der Skulptur eine neue, klassische Ruhe, und Franz Xaver Messerschmidt schuf seine rätselhaften Charakterköpfe.