Sowjetische Kunst

Unter Stalin wurde der sozialistische Realismus zum einzig erlaubten Stil. Nach seinem Tod öffnete sich ein Spalt, und neben der offiziellen Kunst entstand eine inoffizielle Kunst in Ateliers, Wohnungen und auf leeren Feldern.

1934 wurde der sozialistische Realismus als offizielle Methode für alle Kunst in der Sowjetunion festgelegt. Die Kunst sollte in der Form realistisch, im Inhalt sozialistisch sein und die Wirklichkeit „in ihrer revolutionären Entwicklung“ zeigen: glückliche Arbeiter, reiche Ernten und Führer wie Lenin und Stalin. Wera Muchinas Skulptur „Arbeiter und Kolchosbäuerin“ von 1937 wurde zum Symbol des Staates.

Künstler, die sich nicht anpassten, konnten im Terror der 1930er-Jahre ihre Aufträge, ihr Atelier und manchmal ihr Leben verlieren. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kunst für die Verteidigung mobilisiert, mit Plakaten, den Kriegsbildern von Alexander Deineka und Arkadi Plastow und Tausenden von Porträts von Helden.

Nach Stalins Tod 1953 folgte eine Tauwetterperiode. Der „Strenge Stil“ zeigte Arbeiter und Alltag ehrlicher, und in Moskau und Leningrad entstand eine inoffizielle Kunst. Ilja Kabakow, Erik Bulatow sowie Witali Komar und Alexander Melamid spielten in Konzeptkunst und Sots-Art mit den Bildern und der Sprache der Propaganda. Erst mit Gorbatschows Perestroika nach 1985 konnten sie offen ausstellen.