Modernisme und Avantgarde
Gaudís Barcelona, Sorollas Sonnenlicht und drei Spanier in Paris – Picasso, Miró und Dalí –, die die Kunst des 20. Jahrhunderts veränderten.
Um die Jahrhundertwende 1900 wurde Barcelona zu einem der spannendsten Kunstzentren Europas. Der katalanische Modernisme, verwandt mit Jugendstil und Art nouveau, schenkte der Stadt Bauten mit geschwungenen Fassaden, Mosaiken und Schmiedeeisen. Antoni Gaudí ist sein bekanntester Architekt, mit der Sagrada Família, der Casa Batlló und der Casa Milà. Im Café Els Quatre Gats trafen sich Maler wie Ramon Casas und Santiago Rusiñol, und dort stellte ein junger Pablo Picasso zum ersten Mal aus.
In Madrid und Valencia malte Joaquín Sorolla Strände und Fischer im gleißenden Sonnenlicht und wurde ein internationaler Star. Andere Maler wie Ignacio Zuloaga zeigten ein dunkleres Spanien der Bauern, Priester und Stierkämpfer, zu einer Zeit, als das Land nach dem Verlust der letzten Kolonien 1898 seine Identität suchte. Viele junge Künstler zog es nach Paris, wo die Freiheit größer und der Markt besser war. Dort wurden die Spanier zu einigen der wichtigsten Namen der Avantgarde.
Picasso und Georges Braque schufen den Kubismus, und Juan Gris entwickelte ihn weiter. Julio González lernte, Eisen zu schweißen, und veränderte die Skulptur. Joan Miró und Salvador Dalí wurden führende Surrealisten, jeder auf seine Weise. Unter der Zweiten Republik in den 1930er-Jahren blühte das Kulturleben auch in Spanien. Doch der Bürgerkrieg 1936–1939 zerschlug es. Picassos „Guernica“, 1937 nach der Bombardierung einer baskischen Stadt gemalt, wurde weltweit zu einem Symbol für die Schrecken des Krieges.