Umberto Boccioni

Der Bildhauer des Futurismus.
Umberto Boccioni wollte Geschwindigkeit und Energie zeigen. Seine „Einzigartigen Formen der Kontinuität im Raum“ sind auf der italienischen 20-Cent-Münze zu sehen.
Umberto Boccioni wurde 1882 in Reggio Calabria in Süditalien geboren. Die Familie zog oft um, und er wuchs in mehreren italienischen Städten auf. In Rom lernte er von dem Maler Giacomo Balla die divisionistische Technik und traf Gino Severini. Er reiste auch nach Paris und Russland.
1907 zog er nach Mailand. Dort traf er den Dichter Filippo Tommaso Marinetti, der 1909 das Manifest des Futurismus veröffentlicht hatte. Die Bewegung feierte Geschwindigkeit, Maschinen, Großstädte und das moderne Leben und wollte sich von der Vergangenheit lösen. 1910 war Boccioni an der Abfassung des Manifests der futuristischen Maler beteiligt.
Sein Gemälde „Die Stadt erhebt sich“ von 1910 zeigt Arbeiter und Pferde in einem wirbelnden Kraftfeld aus Licht und Bewegung. Es befindet sich im Museum of Modern Art in New York. Nach einem Besuch in Paris 1911 ließ er sich vom Kubismus beeinflussen und verband dessen aufgebrochene Formen mit der Dynamik des Futurismus.
Ab 1912 widmete er sich zunehmend der Skulptur und schrieb ein Manifest über futuristische Bildhauerei. Sein bekanntestes Werk sind die „Einzigartigen Formen der Kontinuität im Raum“ von 1913. Sie zeigen eine voranschreitende Gestalt, deren Körper von Luft und Geschwindigkeit geformt zu werden scheint. Das Original war aus Gips, und Bronzeabgüsse wurden nach seinem Tod angefertigt. Die Skulptur ist auf der italienischen 20-Cent-Münze abgebildet.
Boccioni befürwortete den Kriegseintritt Italiens im Ersten Weltkrieg und meldete sich selbst freiwillig. Im August 1916 stürzte er bei einer Militärübung vom Pferd und starb, 33 Jahre alt. Er gilt als der bedeutendste Künstler des Futurismus.