Constantin Brâncuși

Constantin Brâncuși
Edward Steichen, Public domain

Der Verfechter der reinen Form.

Constantin Brâncuși vereinfachte die Skulptur zu reinen, polierten Formen wie „Vogel im Raum“. Er ist einer der wichtigsten Bildhauer der Moderne.

Constantin Brâncuși wurde 1876 im Dorf Hobița in Rumänien in eine Bauernfamilie geboren. Als Kind hütete er Schafe und lernte früh das Schnitzen in Holz, eine Tradition, die in der Gegend stark war. Er studierte an einer Kunstgewerbeschule in Craiova und dann an der Kunstakademie in Bukarest.

1904 machte er sich auf den Weg nach Paris. Es heißt, er sei einen großen Teil der Strecke zu Fuß gegangen. Er studierte an der École des Beaux-Arts und arbeitete 1907 kurze Zeit als Assistent bei Rodin. Bald verließ er Rodin und soll erklärt haben, dass im Schatten großer Bäume nichts wächst.

Brâncuși brach mit dem modellierten, realistischen Ideal. Er begann, direkt in Stein und Holz zu hauen, statt in Ton zu modellieren. „Der Kuss“ von 1907–1908, in dem zwei Gestalten in einem einzigen Block einander umarmen, ist ein frühes Beispiel. Mit der Zeit vereinfachte er die Formen immer mehr: Köpfe wurden zu Eiern, Vögel zu glänzenden, länglichen Linien. Er arbeitete in Marmor, Holz und hochpolierter Bronze.

Sein bekanntestes Motiv ist „Vogel im Raum“, den er ab 1923 in vielen Fassungen schuf. Als eine davon 1926 in die USA eingeführt werden sollte, wollte der Zoll sie als Industrieobjekt und nicht als Kunst besteuern. Der folgende Prozess endete 1928 damit, dass das Gericht feststellte, es handle sich um ein Kunstwerk, eine wichtige Entscheidung für die Sicht auf moderne Kunst.

In Rumänien schuf er 1937–1938 in Târgu Jiu ein monumentales Ensemble zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Dazu gehört „Die Endlose Säule“, fast dreißig Meter hoch. Er starb 1957 in Paris und vermachte sein Atelier dem französischen Staat. Es ist am Centre Pompidou rekonstruiert. Brâncuși gilt als einer der wichtigsten Bildhauer der Moderne.