Marcel Breuer

Der Pionier der Stahlrohrmöbel.
Marcel Breuer entwarf 1925, angeregt von einem Fahrrad, den Wassily-Stuhl und wurde später Architekt in den USA.
Marcel Breuer wurde 1902 in Pécs in Ungarn geboren. Er begann in Wien ein Kunststudium, wechselte aber bald zum Bauhaus in Weimar, wo er 1920 Student wurde. In der Tischlerwerkstatt schuf er frühe Möbel aus Holz, darunter einen Stuhl mit gewebter Sitzfläche in Zusammenarbeit mit der Textilkünstlerin Gunta Stölzl.
Als das Bauhaus 1925 nach Dessau zog, wurde er Leiter der Möbelwerkstatt. Im selben Jahr entwarf er einen Sessel aus gebogenem Stahlrohr und gespanntem Stoff, angeregt vom Lenker eines Fahrrads. Er wurde später als Wassily-Stuhl bekannt, nach Wassily Kandinsky, der einen in seiner Wohnung hatte, doch der Name kam erst in den 1960er-Jahren auf. Er entwarf auch Möbel für das Bauhausgebäude und 1928 den federnden Freischwinger Cesca ohne hintere Beine, der noch immer hergestellt wird.
Stahlrohr war ein industrielles Material, das die Möbel leicht, hygienisch und serienfähig machte. Breuer verließ das Bauhaus 1928 und arbeitete in Berlin und dann in London, wo er Möbel aus formgepresstem Sperrholz für die Firma Isokon entwarf. 1937 folgte er Walter Gropius in die USA und unterrichtete in Harvard, wo er und Gropius auch ein gemeinsames Architekturbüro führten.
Ab 1946 hatte Breuer ein eigenes Büro in New York und wurde ein bedeutender Architekt. Er entwarf Villen, aber auch große Bauten aus Sichtbeton, darunter das UNESCO-Hauptquartier in Paris, das er gemeinsam mit anderen entwarf und das 1958 eingeweiht wurde, sowie das Whitney Museum in New York von 1966 mit seiner treppenartig gestuften Fassade. Er entwarf außerdem die Klosterkirche der Saint John's Abbey in Minnesota.
Breuer starb 1981. Er gilt als einer der wichtigsten Möbeldesigner des 20. Jahrhunderts und als einer der Architekten, die die europäische Moderne in die USA brachten. Seine Stahlrohrstühle stehen heute in Büros, Wohnungen und Schulen auf der ganzen Welt.