Cai Guo-Qiang

Cai Guo-Qiang
Ed Schipul, CC BY-SA 2.0

Der Künstler des Schießpulvers.

Cai Guo-Qiang malt mit Schießpulver und macht Feuerwerke zur Kunst. Er leitete das Feuerwerk bei den Olympischen Spielen in Peking 2008.

Cai Guo-Qiang wurde 1957 in Quanzhou in der Provinz Fujian geboren, einer alten Hafenstadt. Sein Vater war Maler und Kalligraf und arbeitete in einer Buchhandlung. In seiner Kindheit erlebte er die Kulturrevolution, aber auch traditionellen Volksglauben und Feuerwerke. Er studierte 1981–1985 Bühnenbild an der Theaterakademie in Shanghai.

1986 zog er nach Japan, wo er neun Jahre lang lebte. Dort begann er mit Schießpulver zu arbeiten, einem chinesischen Material mit langer Geschichte. Er legt Pulver auf große Papierbögen aus, deckt sie mit Pappe ab und zündet sie an. Die Explosion hinterlässt schwarze und braune Muster, Rauchspuren und Brandmale, die er Pulverzeichnungen nennt. Er schuf auch die Serie „Projects for Extraterrestrials“, große Explosionen in der Landschaft, die aus dem Weltraum zu sehen sein sollten.

1995 zog er nach New York. 1999 erhielt er auf der Biennale von Venedig einen Goldenen Löwen für die Rekonstruktion einer berühmten chinesischen Propagandaskulptur. In seinen Installationen kommen oft Tiere vor: In „Head On“ von 2006 springen 99 Wölfe in einem Bogen direkt gegen eine Glaswand. In „Inopportune: Stage One“ von 2004 fliegen Autos durch die Luft, aus denen Leuchtröhren strahlen, wie eine Explosion in Zeitlupe.

Er ist auch für Feuerwerke als Kunst bekannt. Bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking 2008 leitete er das Feuerwerk, darunter eine Reihe gigantischer Fußspuren aus Feuer, die über die Stadt zum Stadion zogen. 2015 verwirklichte er einen alten Traum, „Sky Ladder“, eine Leiter aus Feuer, die von einer Insel bei Quanzhou 500 Meter in den Himmel stieg, gewidmet seiner hundertjährigen Großmutter. Das Ereignis wird in einem Dokumentarfilm geschildert.

Cai Guo-Qiang hat in den größten Museen der Welt ausgestellt, unter anderem mit einer großen Retrospektive im Guggenheim Museum in New York 2008. Er hat das Schießpulver zu einer künstlerischen Sprache gemacht und verbindet chinesische Tradition, Kosmologie und Gegenwartspolitik auf eine Weise, die ein großes Publikum anspricht.