Camille Corot

Camille Corot
Victor Lainé, Public domain

Der Dichter der Landschaft.

Corot malte sowohl scharfe italienische Skizzen als auch später silbrig dunstige, traumhafte Landschaften. Er war ein Vorbild für die Impressionisten.

Camille Corot wurde 1796 in Paris geboren. Seine Eltern führten ein erfolgreiches Modegeschäft, und er sollte Tuchhändler werden. Erst mit 26 Jahren erhielt er von seinem Vater einen kleinen jährlichen Unterhalt, um sich der Malerei zu widmen. Er studierte bei den Landschaftsmalern Achille-Etna Michallon und Jean-Victor Bertin, die ihn lehrten, Skizzen im Freien zu malen.

Von 1825 bis 1828 lebte Corot in Italien. Dort malte er im klaren Licht kleine Ölskizzen mit deutlichen Formen und feinen Nuancen. Ein bekanntes Beispiel ist die Skizze „Die Brücke von Narni“ (1826) im Louvre. Er unternahm zwei weitere Reisen nach Italien. Er malte auch in Frankreich, im Wald von Fontainebleau und in Ville-d’Avray bei Paris, wo die Familie ein Haus besaß. Viele Jahre lang stellte er im Salon aus, ohne großen Erfolg.

Ab den 1850er-Jahren änderte er seinen Stil und wurde sehr populär. Er malte traumhafte, poetische Landschaften mit federleichten Bäumen, dunstigen Seen und kleinen Figuren in silbergrauen und gedämpft grünen Tönen. Sie wurden oft „Erinnerungen“ genannt. „Erinnerung an Mortefontaine“ (1864) im Louvre wurde von Kaiser Napoleon III. gekauft. Corot malte auch Figurenbilder, etwa „Die Frau mit der Perle“ im Louvre, die manchmal mit der Mona Lisa verglichen wird.

Corot war für seine Großzügigkeit bekannt. Er heiratete nie und lebte schlicht. Er half Kollegen in Not, ließ etwa ein Haus für den alternden und fast erblindeten Honoré Daumier einrichten und unterstützte die Witwe Millets. Er förderte jüngere Maler wie Camille Pissarro und Berthe Morisot.

Corot starb 1875 in Paris. Seine Popularität führte dazu, dass er zu einem der am häufigsten gefälschten Künstler der Geschichte wurde. Ein alter Scherz besagt, er habe dreitausend Gemälde gemalt, von denen zehntausend in den USA hängen. Seine Skizzen aus Italien und sein Gespür für das Licht machen ihn zu einem wichtigen Vorläufer des Impressionismus.