Evelyn De Morgan

Evelyn De Morgan
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Symbolistin in der Nachfolge der Präraffaeliten.

Evelyn De Morgan studierte an der Slade School und malte allegorische Bilder über Licht und Dunkel, Spiritualität und die Befreiung der Frauen, beeinflusst von Burne-Jones und der italienischen Renaissance. Sie war mit dem Keramiker William De Morgan verheiratet.

Evelyn De Morgan wurde als Mary Evelyn Pickering 1855 in London in eine wohlhabende Familie geboren. Ihr Onkel mütterlicherseits, der den Präraffaeliten nahestehende Maler John Roddam Spencer Stanhope, förderte ihr Interesse an der Kunst. Die Eltern zögerten, sie Künstlerin werden zu lassen, doch sie blieb entschlossen. 1873 begann sie an der neu eröffneten Slade School of Fine Art in London, die Frauen zu denselben Bedingungen aufnahm wie Männer, und erhielt dort ein Stipendium.

Sie reiste oft nach Italien und besuchte ihren Onkel in Florenz, wo sie die Meister der Renaissance studierte, besonders Botticelli. 1877 stellte sie bei der Eröffnung der Grosvenor Gallery in London aus, einer Galerie für neuere Kunst, und ihre Gemälde wurden von der Kritik gut aufgenommen. Zu ihren bekannten Werken zählen „Nacht und Schlaf“ von 1878, „Medea“ von 1889, das sich in der Williamson Art Gallery in Birkenhead befindet, und „Flora“ von 1894.

Ihre Malerei verbindet präraffaelitischen Detailreichtum mit den schlanken Figuren von Burne-Jones und den klaren Kompositionen der Renaissance. Sie malte mit kräftigen, reinen Farben und verwendete gern Gold. Die Motive sind allegorisch und handeln oft vom Kampf der Seele zwischen Licht und Dunkel, Materialismus und Spiritualität, Gefangenschaft und Befreiung. Im Ersten Weltkrieg schuf sie mehrere Bilder über die Schrecken des Krieges.

1887 heiratete sie den Keramiker William De Morgan. Das Paar stand sich sehr nahe, und sie verkaufte ihre Gemälde, um seine Werkstatt über Wasser zu halten. Beide interessierten sich für den Spiritismus und veröffentlichten 1909 ein Buch mit Texten, die sie nach eigenen Angaben durch automatisches Schreiben empfangen hatten. Sie unterstützte das Frauenwahlrecht und unterzeichnete 1889 einen Aufruf dafür.

Evelyn De Morgan starb 1919. Ihre Schwester Wilhelmina Stirling trug die Werke des Paares zusammen, und die De Morgan Foundation verwaltet die Sammlung heute und zeigt sie an verschiedenen Orten in England. Nach langer Vergessenheit hat sie in den letzten Jahren neues Interesse als eine der originellsten Künstlerinnen der späten präraffaelitischen Tradition gefunden.