Lorenzo Ghiberti

Lorenzo Ghiberti
Richardfabi, Canon Powershot A95, CC BY-SA 3.0

Der Meister der Bronzetüren.

Ghiberti gewann 1401 den Wettbewerb um die Bronzetüren des Baptisteriums in Florenz und arbeitete fünfzig Jahre lang an ihnen. Michelangelo soll die späteren Türen „Paradiespforte“ genannt haben.

Lorenzo Ghiberti wurde 1378 in Florenz geboren und von seinem Stiefvater zum Goldschmied ausgebildet. Er war auch Maler. Als im Jahr 1400 die Pest Florenz heimsuchte, war er auf Reisen, kehrte aber zurück, um am großen Wettbewerb um die neuen Bronzetüren des Baptisteriums teilzunehmen.

Der Wettbewerb von 1401 betraf ein Relief mit dem Opfer Isaaks. Ghiberti setzte sich unter anderem gegen Filippo Brunelleschi durch, und beide Reliefs sind im Museo Nazionale del Bargello erhalten. Ghibertis Relief war technisch besser gearbeitet und fast in einem Stück gegossen, was Bronze sparte. Die ersten Türen mit 28 Feldern, die meisten aus dem Neuen Testament, nahmen gut zwanzig Jahre in Anspruch und waren 1424 fertig. Er erhielt sogleich den Auftrag für ein weiteres Türenpaar, an dem er von 1425 bis 1452 arbeitete.

Die späteren Türen, die östlichen, haben zehn große Felder mit Erzählungen aus dem Alten Testament. Hier verließ Ghiberti den gotischen Rahmen und schuf Bilder mit tiefer Perspektive. Die Figuren im Vordergrund treten fast aus dem Relief heraus, während Gebäude und Landschaft im Hintergrund immer flacher werden. Die gesamte Fläche ist vergoldet. Nach Vasari soll Michelangelo gesagt haben, die Türen seien würdig, die Pforten des Paradieses zu sein, und der Name ist geblieben. Die Originale wurden nach der Restaurierung ins Dommuseum gebracht, am Baptisterium hängen Kopien.

Ghiberti schuf auch große Bronzestatuen für die Kirche Orsanmichele, darunter Johannes den Täufer und Matthäus. Seine Werkstatt war eine Schule für eine ganze Generation: Donatello, Paolo Uccello und Michelozzo arbeiteten dort. Im Alter schrieb er die „Commentarii“, ein Werk über die Kunst, das eine der ersten erhaltenen Autobiografien eines Künstlers enthält. Er starb 1455.

Ghiberti verband die Eleganz der Gotik mit dem Raum der Renaissance und den Idealen der Antike. Seine Türen wurden für Künstler mehrere hundert Jahre lang zu einem Lehrbuch.