William Hogarth

William Hogarth
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Der Maler der englischen Satire.

Hogarth malte und stach Bilderserien über Moral und Sittenverfall, wie „Der Weg des Liederlichen“. Die Grafik wurde billig an ein breites Publikum verbreitet.

William Hogarth wurde 1697 in London geboren. Sein Vater war Lehrer und lateinischer Schriftsteller, scheiterte jedoch mit einem Kaffeehaus und saß mehrere Jahre im Schuldgefängnis. Die Erfahrung von Armut und Scham hinterließ Spuren in der Kunst des Sohnes. Hogarth ging bei einem Silberstecher in die Lehre und lernte dort, exakte Linien in Metall zu schneiden. Anschließend studierte er Zeichnen an privaten Kunstschulen in London. 1729 heiratete er, ohne Erlaubnis der Eltern, Jane Thornhill, die Tochter des Hofmalers James Thornhill.

Der Durchbruch kam mit einer ganz neuen Art von Kunst: gemalten und gestochenen Bilderserien, die in mehreren Szenen eine Geschichte erzählen, ähnlich wie ein Theaterstück. Die erste war „Der Weg der Dirne“ (A Harlot’s Progress) über eine junge Frau vom Land, die in London zugrunde geht. Die Stiche erschienen 1732 und verkauften sich in großen Auflagen. Danach folgte „Der Weg des Liederlichen“ (1733–35) über einen reichen Erben, der alles verschwendet und im Irrenhaus landet. Die Gemälde befinden sich im Sir John Soane’s Museum in London. Die Serie „Heirat nach der Mode“ (um 1743–45) über eine arrangierte Ehe zwischen Geld und Adel hängt in der National Gallery in London. Die Stiche „Gin Lane“ und „Beer Street“ (1751) vergleichen die Verheerungen des Gins mit dem gesunden Bier.

Hogarth arbeitete mit einem scharfen Blick für Details. Jeder Gegenstand im Bild trägt Bedeutung: ein Gemälde an der Wand, ein Hund, ein Brief auf dem Boden. Der Betrachter soll das Bild genau lesen und Schlüsse ziehen. Er war auch ein geschickter Porträtmaler. Das Porträt von Kapitän Thomas Coram (1740), dem Gründer eines Findelhauses, befindet sich heute im Foundling Museum in London. In dem Buch „Die Analyse der Schönheit“ (The Analysis of Beauty, 1753) versuchte er, Schönheit mit einer geschwungenen „Schönheitslinie“ zu erklären.

Da seine Stiche oft unerlaubt kopiert wurden, setzte sich Hogarth für ein Gesetz ein, das die Rechte der Stecher an ihren Bildern schützte. Es wurde 1735 verabschiedet und wird manchmal Hogarth’s Act genannt. Er war stolz darauf, Engländer zu sein, und verspottete die Mode, ausländische Alte Meister zu kaufen. Er hatte keine Kinder, engagierte sich aber für das Findelhaus. Sein Mops Trump ist auf einem Selbstbildnis von 1745 in der Tate Britain zu sehen. Hogarth starb 1764 in London.

Hogarth gilt als Vater der britischen Satire. Karikaturisten wie James Gillray und Thomas Rowlandson bauten auf ihm auf. Seine Bilderserien werden oft als Vorläufer des Comics und des gesellschaftskritischen Bildjournalismus gesehen. Im Englischen wird das Wort „Hogarthian“ für wimmelnde, grausame und komische Szenen aus dem Stadtleben verwendet.