Hella Jongerius

Die experimentelle Designerin.
Hella Jongerius arbeitet mit Farbe, Textil und Unvollkommenheit und hat mit Vitra und KLM zusammengearbeitet.
Hella Jongerius wurde 1963 in De Meern bei Utrecht in den Niederlanden geboren. Sie studierte an der Design Academy Eindhoven und machte 1993 ihren Abschluss. Schon während des Studiums wurden ihre Arbeiten vom niederländischen Designkollektiv Droog Design gezeigt, das die Idee perfekter Industrieprodukte infrage stellte. Ihre Soft Urn, eine Vase aus weichem Gummi, wurde ein früher Erfolg.
Im selben Jahr gründete sie ihr eigenes Studio, Jongeriuslab, zunächst in Rotterdam und seit 2008 in Berlin. Bekannt wurde sie dafür, industrielle Fertigung mit den Spuren und der Unvollkommenheit des Handwerks zu verbinden. Sie schuf Porzellan mit bewusst ungleichmäßigen Glasuren, bestickte Tischdecken, deren Stiche sich auf dem Porzellan fortsetzen, und Objekte, die alte und neue Techniken mischen.
Seit 2007 ist sie Art Director für Farben und Materialien beim Möbelunternehmen Vitra, und sie hat das Sofa Polder gestaltet. Außerdem gestaltete sie die Einrichtung der Business Class in den Flugzeugen von KLM und war an der Erneuerung eines der Delegiertensalons im UN-Hauptquartier in New York beteiligt. Farbe ist zentral in ihrer Arbeit, und sie hat die standardisierten Farbsysteme der Industrie kritisiert. Ihr Buch über Farbe heißt „I Don’t Have a Favourite Colour“.
In den letzten Jahren hat Jongerius zunehmend mit Weberei und Textilien als Erforschung von Material und Struktur gearbeitet. Sie hat unter anderem im Design Museum in London ausgestellt. Heute gilt sie als eine der einflussreichsten Designerinnen ihrer Generation.