Jeff Koons
Der Kitsch als Hochkunst.
Jeff Koons schafft Ballontiere aus spiegelglattem Stahl und Skulpturen aus Spielzeug und Prominenten. Seine Werke wurden für Rekordsummen verkauft.
Jeff Koons wurde 1955 in York in Pennsylvania geboren. Sein Vater führte ein Möbel- und Einrichtungsgeschäft, und schon als Kind verkaufte Koons seine Gemälde im Laden. Er studierte am Maryland Institute College of Art und an der School of the Art Institute of Chicago. Nach seinem Umzug nach New York arbeitete er zunächst in der Mitgliederabteilung des Museum of Modern Art und danach als Rohstoffhändler an der Wall Street, um seine Kunst zu finanzieren.
Anfang der 1980er-Jahre stellte er in der Serie „The New“ neue Staubsauger in beleuchteten Plexiglaskästen aus. In der Serie „Equilibrium“ von 1985 schweben Basketbälle in Aquarien mit Wasser. 1986 entstand „Rabbit“, ein aufblasbares Spielzeugkaninchen, gegossen in spiegelglattem Edelstahl. 2019 wurde es für gut 91 Millionen Dollar verkauft, den bis dahin höchsten Preis, der für ein Werk eines lebenden Künstlers gezahlt worden war.
Die Serie „Banality“ von 1988 enthielt unter anderem „Michael Jackson and Bubbles“, eine vergoldete Porzellanskulptur des Popstars und seines Schimpansen. 1989–1991 schuf er „Made in Heaven“, explizite Bilder von sich selbst und der italienischen Pornodarstellerin und Politikerin Ilona Staller, Cicciolina, die er heiratete. Die Ehe endete bald in einem langwierigen Sorgerechtsstreit um ihren Sohn. 1992 schuf er „Puppy“, einen zwölf Meter hohen Hund aus lebenden Blumen. Eine Version steht vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao.
Ab Mitte der 1990er-Jahre arbeitete er an der Serie „Celebration“, zu der „Balloon Dog“ gehört: Ballontiere aus poliertem Stahl in Farben wie Orange, Blau und Magenta. Koons fertigt die Werke nicht selbst. Er leitet ein großes Atelier mit vielen Assistenten und Spezialisten, ähnlich einer Fabrik. Er wurde mehrmals wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, weil er Bilder anderer verwendet.
Koons ist einer der meistdiskutierten Künstler unserer Zeit. Anhänger sehen in ihm einen Erben von Duchamp und Warhol, der den Kitsch des Alltags zur Hochkunst macht. Kritiker sehen in seinen Werken ein Symptom eines Kunstmarkts, auf dem Geld und Prominenz mehr zählen als Inhalt. Unabhängig von der Haltung gehören seine glänzenden Ballontiere zu den bekanntesten Bildern der Gegenwartskunst.