Barbara Kruger

Barbara Kruger
Luisafantinel, CC BY-SA 4.0

Der Text als Bild.

Barbara Kruger kombiniert Schwarz-Weiß-Fotos mit roten Textbändern: „Your body is a battleground.“ Die Werke ähneln Werbung, kritisieren aber Macht.

Barbara Kruger wurde 1945 in Newark in New Jersey geboren. Sie studierte an der Syracuse University und dann an der Parsons School of Design in New York, wo die Fotografin Diane Arbus zu ihren Lehrerinnen gehörte. Statt direkt in die Kunstwelt zu gehen, begann sie, für Zeitschriften zu arbeiten. Sie wurde Designerin bei der Modezeitschrift Mademoiselle und arbeitete danach in der Bildredaktion. Diese Erfahrung wurde entscheidend.

Um 1980 fand sie die Form, die sie berühmt gemacht hat. Sie nahm Schwarz-Weiß-Bilder aus Zeitungen und Werbung, beschnitt sie stark und legte kurze Texte in weißen Versalien auf roten Bändern darüber. Die Schrift war meist die fette Futura Italic. Die Texte sprechen den Betrachter direkt mit Wörtern wie „du“, „wir“ und „ich“ an und fragen, wer die Macht hat zu sprechen und wer betrachtet wird.

Zu den bekanntesten Werken gehören „Untitled (Your gaze hits the side of my face)“ von 1981 und „Untitled (I shop therefore I am)“ von 1987, ein Spiel mit Descartes, das sich gegen die Konsumgesellschaft richtet. „Untitled (Your body is a battleground)“ entstand 1989 für eine Demonstration in Washington für das Recht auf Abtreibung. Das Bild ist seitdem bei Protesten auf der ganzen Welt verwendet worden.

Kruger arbeitet auch in großem Maßstab. Sie hat ganze Wände, Böden und Fassaden mit Text bedeckt, in Museen, auf Bussen, Plakatwänden und im öffentlichen Raum, sodass der Besucher mitten in die Botschaft hineingeht. Sie hat Video- und Klanginstallationen geschaffen und Kritiken über Film und Fernsehen geschrieben. Viele Jahre hat sie unterrichtet, unter anderem an der University of California in Los Angeles.

Ihre Bildsprache ist so bekannt geworden, dass sie von der Werbung, die sie kritisiert, kopiert wurde. Das rot-weiße Logo der Streetwear-Marke Supreme ist deutlich von ihr inspiriert. Kruger erhielt 2005 auf der Biennale von Venedig einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Sie wird der sogenannten Pictures Generation zugerechnet und ist eine der wichtigsten feministischen Künstlerinnen der USA.