Tamara de Lempicka

Die Porträtmalerin des Art déco.
Tamara de Lempicka malte glamouröse Porträts mit glänzenden, metallischen Formen. Ihr Selbstbildnis in einem grünen Bugatti wurde zur Ikone.
Tamara de Lempicka wurde 1898 in Warschau geboren, auch wenn sie später selbst gern andere Jahreszahlen angab. Sie stammte aus einer wohlhabenden Familie und verbrachte Teile ihrer Jugend in Sankt Petersburg. Dort heiratete sie 1916 den Rechtsanwalt Tadeusz Łempicki. Nach der Russischen Revolution floh das Paar nach Paris, wo es zunächst in bescheidenen Verhältnissen lebte.
In Paris studierte sie Malerei, unter anderem bei André Lhote, der ihr eine weiche, elegante Version des Kubismus beibrachte. Rasch entwickelte sie einen eigenen Stil, der zu einem der typischsten des Art déco wurde. Die Figuren sind skulptural und glänzend modelliert, fast wie aus Metall, und die Stoffe fallen in scharfe, schimmernde Falten. Die Hintergründe zeigen oft Wolkenkratzer oder stilisierte Städte.
Sie malte Porträts von Aristokraten und reichen Auftraggebern sowie sinnliche weibliche Akte. Das „Selbstbildnis im grünen Bugatti“ von 1929 entstand als Titelbild der deutschen Frauenzeitschrift Die Dame und wurde zu einem Symbol der modernen, selbstständigen Frau, obwohl sie in Wirklichkeit gar keinen grünen Bugatti besaß. Sie führte offen ein glamouröses Leben mit Beziehungen zu Männern und Frauen und war sich ihres Images sehr bewusst.
Die Ehe mit Łempicki endete Ende der 1920er-Jahre. 1934 heiratete sie Baron Raoul Kuffner, und 1939 zog das Paar in die USA. Dort geriet ihr Stil aus der Mode, und sie versuchte sich ohne Erfolg an der Abstraktion. Anfang der 1970er-Jahre wurde sie durch eine Ausstellung in Paris wiederentdeckt.
Im Alter zog sie nach Cuernavaca in Mexiko und starb dort 1980. Ihre Asche wurde über dem Vulkan Popocatépetl verstreut. Heute ist sie eine der bekanntesten Künstlerinnen des Art déco, und ihre Gemälde werden zu hohen Preisen verkauft und unter anderem von Prominenten gesammelt.