Masaccio

Der junge Revolutionär von Florenz.
Masaccio starb mit 26 Jahren, wies der Malerei der Renaissance aber dennoch den Weg. Sein Fresko „Die Heilige Dreifaltigkeit“ ist eines der ersten Bilder mit korrekter Zentralperspektive.
Masaccio hieß eigentlich Tommaso di Ser Giovanni und wurde am 21. Dezember 1401 in San Giovanni Valdarno geboren, einer kleinen Stadt bei Florenz. Der Beiname Masaccio bedeutet etwa „der schlampige Tom“ und bezieht sich nach Vasari darauf, dass er sich um alles außer der Kunst nicht kümmerte. Er kam früh nach Florenz und wurde 1422 Mitglied der Malerzunft.
Seine wichtigste Arbeit sind die Fresken der Brancacci-Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine in Florenz, die er gemeinsam mit dem älteren Masolino in den Jahren um 1424–28 malte. Die „Vertreibung aus dem Paradies“ zeigt Adam und Eva in nackter Verzweiflung. Eva schreit, und Adam verbirgt sein Gesicht in den Händen. Im „Zinsgroschen“ stehen die Apostel wie schwere Statuen um Christus in einer wirklichen Landschaft. Die Kapelle wurde in den 1980er-Jahren restauriert, wobei die Feigenblätter entfernt wurden, die später über die Nacktheit von Adam und Eva gemalt worden waren.
Um 1427 malte er das Fresko „Die Heilige Dreifaltigkeit“ in Santa Maria Novella. Es zeigt Gottvater, den gekreuzigten Christus und den Heiligen Geist in einer Kapelle mit Kassettengewölbe. Die Architektur ist in korrekter Zentralperspektive gemalt, wahrscheinlich mithilfe von Brunelleschis neuer Methode. Für den Betrachter sieht es aus, als öffne sich die Wand zu einem Raum. Es ist eines der ersten erhaltenen Gemälde, in denen die Perspektive so konsequent angewendet wird.
Masaccios Figuren sind schwer und haben Körper unter den Kleidern. Das Licht fällt aus einer bestimmten Richtung, oft derselben wie das tatsächliche Licht in der Kapelle, und erzeugt Schatten, die Volumen verleihen. Er nahm Giottos Schwere und gab ihr den Raum der Perspektive und die Glaubwürdigkeit der Anatomie. 1428 reiste er nach Rom und starb dort noch im selben Jahr, erst 26 Jahre alt. Gerüchte über eine Vergiftung gibt es, doch sie sind nicht belegt.
Trotz seines kurzen Lebens wurde Masaccio zu einem der Begründer der Renaissance. Die Brancacci-Kapelle wurde zu einer Schule für Generationen von Künstlern. Junge Maler, darunter Michelangelo, saßen dort und zeichneten seine Gestalten ab.