Joan Miró

Surrealist der Zeichen und des Spiels.
Joan Miró aus Katalonien schuf aus Sternen, Augen und Vögeln in klaren Farben eine eigene Bildsprache.
Joan Miró wurde 1893 in Barcelona geboren. Sein Vater war Goldschmied und Uhrmacher. Die Eltern wollten, dass er Kaufmann wurde, und er arbeitete als Büroangestellter, bis er einen Zusammenbruch erlitt. Er erholte sich auf dem Hof der Familie in Mont-roig in Katalonien und durfte danach in Barcelona Kunst studieren. Die Liebe zu Katalonien und seiner Landschaft begleitete ihn sein ganzes Leben.
1920 kam er nach Paris. „Der Bauernhof“ von 1921/22, ein äußerst detailliertes Bild des Hofes in Mont-roig, wurde vom Schriftsteller Ernest Hemingway erworben und befindet sich heute in der National Gallery of Art in Washington. Kurz darauf veränderte sich sein Stil völlig. Er schloss sich dem Kreis der Surrealisten an und begann, nach Träumen und freien Assoziationen zu malen. Im „Karneval des Harlekins“ von 1924/25, in der Albright-Knox Art Gallery in Buffalo, wimmelt es von kleinen Wesen, Augen, Leitern und Musikinstrumenten.
Miró schuf aus Sternen, Monden, Vögeln, Augen und Frauen eine eigene Zeichensprache, mit schwarzen Linien und klaren Farbfeldern in Rot, Blau und Gelb vor hellen Hintergründen. Er sagte, er wolle „die Malerei ermorden“, also mit früheren Konventionen brechen. Im Spanischen Bürgerkrieg wurden seine Bilder dunkler. Er schuf ein Plakat zur Unterstützung der Republik und ein großes Wandbild für den spanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris 1937, im selben Jahr wie Picassos „Guernica“. Das Wandbild ist verschollen.
In den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs malte er die kleine, intensive Serie „Konstellationen“. Nach dem Krieg arbeitete er immer mehr mit Keramik, Grafik, Skulptur und Textilien. Zusammen mit dem Keramiker Josep Llorens Artigas schuf er Keramikwände für das UNESCO-Gebäude in Paris. Ab 1956 lebte er auf Mallorca.
Miró starb 1983 in Palma. Die Fundació Joan Miró in Barcelona wurde 1975 eröffnet. Seine Bildwelt findet sich auch im Alltag, unter anderem im spanischen Tourismussymbol mit einer Sonne. Er gilt als einer der wichtigsten Künstler des Surrealismus und als Vorläufer des Abstrakten Expressionismus.