Paula Modersohn-Becker

Pionierin der deutschen Moderne.
Paula Modersohn-Becker malte Selbstbildnisse sowie Frauen und Kinder in vereinfachten Formen. Sie starb mit 31 Jahren, kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes.
Paula Becker wurde 1876 in Dresden geboren und wuchs in Bremen auf. Die Familie war gebildet und hatte internationale Kontakte. Sie besuchte ein Lehrerinnenseminar, um einen sicheren Beruf zu haben, nahm aber gleichzeitig Malunterricht in London und an einer Malschule für Frauen in Berlin.
1898 zog sie in die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen, wo die Maler das einfache Leben auf dem Land suchten. Dort lernte sie die Bildhauerin Clara Westhoff, die ihre enge Freundin wurde, und den Dichter Rainer Maria Rilke kennen. 1901 heiratete sie den Maler Otto Modersohn, der Witwer war und eine kleine Tochter hatte.
Paula fühlte sich in Worpswede bald eingeengt und reiste mehrmals nach Paris. Dort studierte sie Cézanne, Gauguin und van Gogh sowie die antiken Mumienporträts aus Ägypten. Ihr eigener Stil wurde einfach und monumental, mit schweren Formen, erdnahen Farben und stillen, ernsten Gesichtern. Sie malte Frauen, Kinder, Bauern und Stillleben.
1906 verließ sie ihren Mann und zog nach Paris, um sich als Künstlerin weiterzuentwickeln. Im selben Jahr malte sie das „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“, in dem sie sich nackt und scheinbar schwanger darstellt. Es gilt als das erste bekannte Nacktselbstbildnis einer Künstlerin. Später versöhnte sie sich mit Otto und kehrte nach Worpswede zurück. Im November 1907 wurde die Tochter Mathilde geboren. Wenige Wochen später starb Paula an einer Embolie, 31 Jahre alt.
Zu Lebzeiten verkaufte sie nur wenige Werke, hinterließ aber Hunderte von Gemälden. 1927 wurde in Bremen ein ihr gewidmetes Museum eröffnet, eines der ersten weltweit, das einer Künstlerin gewidmet war. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Wegbereiterinnen des deutschen Expressionismus.