Muqi

Der Chan-Mönch mit der Tusche.
Muqi war ein buddhistischer Chan-Mönch in Hangzhou. Seine spontanen Tuschebilder wie „Sechs Kakis“ wurden in China vergessen, in Japan aber hoch geschätzt.
Muqi, mit dem Mönchsnamen Fachang, wurde um 1210 in Sichuan geboren und starb um 1269. Er wurde Mönch im Chan-Buddhismus, der in Japan Zen genannt wird, und wirkte in einem Tempel nahe dem Westsee in Hangzhou. Den Quellen zufolge kritisierte er einen mächtigen Minister und musste sich eine Zeit lang verstecken, doch die Angaben sind spärlich.
Muqi malte mit Tusche auf Papier oder Seide: Vögel, Affen, Früchte, Landschaften und buddhistische Gestalten. Die Pinselstriche sind wenige, schnell und sicher, und die Leere nimmt viel Raum ein. Die Bilder sollen nicht nur Dinge abbilden, sondern die Idee des Chan von einer unmittelbaren, plötzlichen Einsicht ausdrücken. Sein bekanntestes Werk, „Sechs Kakis“, zeigt sechs Früchte in einer Reihe in verschiedenen Tönen von Schwarz und Grau. Das Bild wirkt schlicht, ist aber sehr genau ausbalanciert.
„Sechs Kakis“ befindet sich ebenso wie ein berühmtes Triptychon mit Guanyin zwischen einem Kranich und Affen im Tempel Daitoku-ji in Kyoto. Er malte außerdem die Serie „Acht Ansichten von Xiao und Xiang“, Landschaften in Nebel und Regen, die nur in Teilen erhalten ist.
In China galt sein Stil manchen Kritikern als grob und flüchtig, und er geriet fast in Vergessenheit. Doch japanische Mönche, die China besuchten, nahmen seine Werke mit nach Hause, und in Japan wurde er zu einem der meistbewunderten chinesischen Maler. Seine Bilder wurden von den Shogunen gesammelt und beeinflussten die japanische Tuschmalerei und die Ästhetik der Teezeremonie. Heute zählt er zu den großen Meistern der ostasiatischen Zen-Malerei.