Ulrica Pasch

Ulrica Pasch
Ulrika Pasch, Public domain

Schwedens erstes weibliches Akademiemitglied.

Ulrica Pasch sicherte als Porträtmalerin den Unterhalt der Familie und wurde 1773 Mitglied der Kunstakademie. Sie malte Adel und Bürgertum im Stil des Rokoko.

Ulrica Pasch wurde 1735 in Stockholm geboren. Ihr Vater Lorens Pasch der Ältere war Porträtmaler, und sie erlernte den Beruf in seinem Atelier gemeinsam mit ihrem Bruder Lorens Pasch dem Jüngeren. Für Frauen war es damals fast unmöglich, eine formale künstlerische Ausbildung zu erhalten, doch Töchter aus Künstlerfamilien konnten zu Hause lernen.

Während ihr Bruder im Ausland studierte, sicherte Ulrica als Porträtmalerin den Unterhalt der Familie. Sie malte Adelsfamilien und wohlhabende Bürger, oft in kleinerem Format, und erwarb sich einen guten Ruf. 1773 wurde sie als Mitglied in die neu gegründete Königliche Akademie der Malerei und Bildhauerei aufgenommen. Sie war im 18. Jahrhundert die einzige Frau mit einer solchen Vollmitgliedschaft, eine bemerkenswerte Anerkennung.

Ihr Stil ist typisch für das Rokoko. Die Gesichter sind in weiches Licht getaucht, der Teint ist hell und rosig, und Stoffe und Spitzen sind sorgfältig gemalt. Sie kopierte auch Werke anderer Meister, was üblich und gefragt war. Da sie und ihr Bruder eng zusammenarbeiteten, ist es mitunter schwer zu entscheiden, wer was gemalt hat.

Ulrica Pasch heiratete nie. Nach dem Tod des Vaters lebte sie bei ihrem Bruder und führte ihm den Haushalt. Sie starb 1796 in Stockholm. Ihre Werke befinden sich unter anderem im Nationalmuseum und in der staatlichen Porträtsammlung auf Schloss Gripsholm. Heute wird sie als Pionierin unter den Künstlerinnen Schwedens gewürdigt.