Diego Rivera

Meister der mexikanischen Wandmalerei.
Diego Rivera malte riesige Wandbilder über die Geschichte Mexikos und seine Arbeiter. Er war mit Frida Kahlo verheiratet.
Diego Rivera wurde 1886 in Guanajuato in Mexiko geboren und zeigte früh Talent. Er studierte an der Kunstakademie San Carlos in Mexiko-Stadt und erhielt 1907 ein Stipendium für Europa. Er blieb fast fünfzehn Jahre, vor allem in Paris, wo er mit Picasso verkehrte und kubistische Bilder malte. Eines der bekanntesten aus dieser Zeit ist die „Zapatistische Landschaft“ von 1915.
Nach einer Reise nach Italien, wo er die Fresken der Renaissance studierte, kehrte er 1921 nach Mexiko zurück. Nach der Revolution wollte die neue Regierung das Volk mit öffentlicher Kunst erreichen, und Rivera wurde zusammen mit José Clemente Orozco und David Alfaro Siqueiros zu einer führenden Gestalt des mexikanischen Muralismus. Er malte große Zyklen im Bildungsministerium in Mexiko-Stadt und im Nationalpalast, wo die Geschichte Mexikos von den indigenen Reichen bis zur Revolution die Wände des Treppenhauses füllt.
Rivera arbeitete in echtem Fresko, also mit Farbe auf nassem Kalkputz. Sein Stil ist klar und erzählerisch, mit runden, schweren Figuren, leuchtenden Farben und vielen Menschen in einem Bild. Er verherrlichte Bauern und Arbeiter und kritisierte Kolonialismus und Kapitalismus. Er war Kommunist, doch sein Verhältnis zur Partei war wechselhaft.
Anfang der 1930er-Jahre arbeitete er in den USA. „Detroit Industry“, die Wandbilder über die Autoindustrie im Detroit Institute of Arts von 1932/33, gelten als sein bedeutendstes Werk dort. Im Rockefeller Center in New York malte er ein Porträt Lenins ein und weigerte sich, es zu entfernen. Das Wandbild wurde 1934 zerstört, und er malte eine neue Fassung im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt.
Rivera heiratete 1929 Frida Kahlo. Die Ehe war stürmisch; 1939 ließen sie sich scheiden, heirateten aber im Jahr darauf erneut. Gemeinsam nahmen sie 1937 Leo Trotzki in Mexiko auf. Rivera starb 1957. Er machte das Wandbild zu einer Kunstform für politische und volkstümliche Erzählungen und inspirierte die Wandmalerei in ganz Amerika.