Johan Tobias Sergel

Der Bildhauer Gustavs III.
Johan Tobias Sergel studierte in Rom und brachte den Klassizismus nach Schweden. Er schuf die Statue Gustavs III. an der Skeppsbron und war auch ein scharfsinniger Zeichner.
Johan Tobias Sergel wurde 1740 in Stockholm geboren. Sein Vater war aus Deutschland gekommen und arbeitete als Sticker am Hof. Als Jugendlicher kam Sergel zu dem französischen Bildhauer Pierre Hubert L’Archevêque in die Lehre, der an der Ausschmückung des Stockholmer Schlosses arbeitete. Früh erhielt er Stipendien und unternahm eine Studienreise nach Paris.
Von 1767 bis 1778 lebte Sergel in Rom. Dort begegnete er den Skulpturen der Antike und den neuen Ideen des Klassizismus. Er verkehrte mit Künstlern aus ganz Europa, darunter Johann Heinrich Füssli. In Rom schuf er seine ersten Meisterwerke. Der „Trunkene Faun“ (1774) im Nationalmuseum zeigt eine schlafende, entspannte Gestalt in Marmor. Er schuf auch Skulpturen wie „Diomedes“ und „Mars und Venus“, in denen die Körper zugleich ideal und voller Bewegung sind.
1779 rief Gustav III. ihn nach Stockholm zurück. Er wurde Hofbildhauer und Professor an der Kunstakademie. Er schuf Porträtbüsten des Königs und des Hofes sowie die Marmorgruppe „Amor und Psyche“ (1787) im Nationalmuseum. Sein bekanntestes öffentliches Werk ist die Bronzestatue Gustavs III. an der Skeppsbron, die 1808 enthüllt wurde, viele Jahre nach dem Tod des Königs. Außerdem vollendete er die Statue Gustav Wasas am Ritterhaus.
Sergel war auch ein brillanter Zeichner. Er fertigte schnelle Skizzen, Karikaturen von Freunden und Hofleuten sowie empfindsame Zeichnungen mythologischer und erotischer Szenen. In ihnen zeigt sich eine lebhafte und humorvolle Seite, die im Marmor nicht immer zu erkennen ist. Zeitweise litt er an Schwermut. Er heiratete nie, hatte aber mit seiner Haushälterin Anna Rella zwei Kinder.
Sergel starb 1814 in Stockholm. Er gilt als Schwedens bedeutendster Bildhauer des 18. Jahrhunderts und als einer der wichtigsten Vertreter des Klassizismus in Europa. Der Sergels torg in Stockholm ist nach ihm benannt, und sein Atelier lag in der Nähe.