Élisabeth Vigée Le Brun

Marie-Antoinettes Porträtmalerin.
Élisabeth Vigée Le Brun malte die Königin viele Male und floh vor der Revolution. Danach war sie in ganz Europa gefragt.
Élisabeth Vigée wurde 1755 in Paris geboren. Ihr Vater Louis Vigée war Pastellmaler und förderte ihr Talent, starb aber, als sie zwölf war. Sie erhielt keine formale Ausbildung, sondern lernte, indem sie alte Meister kopierte und sich von Künstlern aus dem Bekanntenkreis der Familie beraten ließ. Schon als Jugendliche sicherte sie als Porträtmalerin den Unterhalt ihrer Mutter und ihres Bruders. 1776 heiratete sie den Kunsthändler Jean-Baptiste-Pierre Le Brun. Das Paar bekam 1780 die Tochter Julie.
1778 malte sie erstmals Königin Marie-Antoinette und wurde bald deren Lieblingsmalerin. Sie porträtierte sie rund zwanzigmal. Ein Porträt, auf dem die Königin ein schlichtes weißes Baumwollkleid trägt, löste 1783 einen Skandal aus, da es als zu zwanglos galt. Das repräsentativere Bild „Marie-Antoinette mit ihren Kindern“ (1787) befindet sich im Schloss Versailles. Bereits 1783 wurde Vigée Le Brun mit Unterstützung der Königin Mitglied der Französischen Kunstakademie.
Ihre Porträts sind hell, weich und natürlich. Die Modelle tragen oft schlichte Kleider, offenes Haar und einen freundlichen Ausdruck. Der Louvre besitzt zwei Selbstbildnisse, in denen sie ihre Tochter Julie umarmt, beide aus der zweiten Hälfte der 1780er-Jahre. Als sie sich auf einem Selbstbildnis mit einem Lächeln zeigte, das die Zähne sehen ließ, erregte das Aufsehen, da es in der Porträtkunst als unschicklich galt. Nach eigener Angabe malte sie rund 660 Porträts.
Als 1789 die Revolution ausbrach, floh sie mit ihrer Tochter aus Paris. Zwölf Jahre lang reiste sie durch Europa und arbeitete in Rom, Neapel, Wien und Sankt Petersburg, wo sie Aristokraten und Mitglieder von Herrscherhäusern malte. Sie wurde in Akademien mehrerer Länder aufgenommen. Erst 1802 kehrte sie nach Frankreich zurück. Im Alter schrieb sie ihre Memoiren, die ein lebendiges Bild ihrer Zeit vermitteln.
Vigée Le Brun starb 1842 in Paris. Lange galt sie vor allem als charmante Hofmalerin, doch in jüngerer Zeit hat sie große Beachtung als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts gefunden, als eine Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt allein behauptete.