Wu Guanzhong

Wu Guanzhong
Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Zwischen Paris und Peking.

Wu Guanzhong studierte in Paris und verband westliche Abstraktion mit chinesischer Tusche. Während der Kulturrevolution wurde ihm das Malen verboten.

Wu Guanzhong wurde 1919 in Yixing in der Provinz Jiangsu geboren. Er begann ein Studium der Elektrotechnik, wechselte aber nach einem Besuch an der Kunstschule in Hangzhou zur Kunst. Dort studierte er sowohl westliche Malerei als auch chinesische Tuschemalerei, bei Lehrern wie Lin Fengmian und Pan Tianshou.

1947 erhielt er ein Stipendium für Paris und studierte an der École nationale supérieure des beaux-arts. Er bewunderte Cézanne, van Gogh und Gauguin. 1950 entschied er sich, nach China zurückzukehren, um zur neuen Kunst des Landes beizutragen. Er unterrichtete an Kunstschulen in Peking, doch sein Interesse für Formalismus und westliche moderne Malerei machte ihn in einer Zeit verdächtig, in der der sozialistische Realismus die Regel war.

Während der Kulturrevolution wurde er zur Arbeit aufs Land geschickt und durfte mehrere Jahre lang nicht malen. Seinen eigenen Erzählungen zufolge malte er heimlich, wenn er konnte, mit einfachen Materialien. Nach den 1970er-Jahren konnte er wieder frei arbeiten und wurde bald einer der meistbeachteten Künstler Chinas.

Wu Guanzhongs Stil verbindet chinesische Tusche mit westlicher Abstraktion. Landschaften, Dörfer, Bäume und Wasser verwandeln sich in Linien, Punkte und Farbflecken. Er verglich seine Kunst mit einem Drachen, dessen Schnur niemals reißen darf: So abstrakt sie auch wird, soll sie die Verbindung zur Wirklichkeit und zum Volk halten. Er löste eine Debatte aus, als er schrieb, Pinselstrich und Tusche an sich seien „gleich null“, ohne Wert, wenn sie nicht mit Inhalt gefüllt würden.

1992 war er der erste lebende chinesische Künstler mit einer Einzelausstellung im British Museum. Er schenkte zahlreiche Werke Museen in China, Hongkong und Singapur. Er starb 2010 und gilt als einer der wichtigsten Brückenbauer zwischen chinesischer und westlicher Kunst.