Zhao Mengfu

Der Erneuerer unter den Mongolen.
Zhao Mengfu war ein Nachkomme der Song-Kaiser, diente aber der Yuan-Dynastie. Er erneuerte Malerei und Kalligrafie, indem er zu älteren Vorbildern zurückkehrte.
Zhao Mengfu wurde 1254 in Huzhou in der heutigen Provinz Zhejiang geboren. Er war ein Nachkomme in elfter Generation des Begründers der Song-Dynastie und wuchs in einer Gelehrtenfamilie auf. Als er etwas über zwanzig war, eroberten die Mongolen unter Khubilai Khan die Südlichen Song, und die chinesische Welt, in der er aufgewachsen war, brach zusammen.
1286 wurde er an den Hof der Mongolen nach Dadu gerufen, das heutige Peking. Er nahm an, was viele loyale Song-Gelehrte als Verrat ansahen. Er machte eine lange Karriere und erreichte schließlich einen der höchsten Posten an der Hanlin-Akademie. Er selbst scheint sich zerrissen gefühlt zu haben und schrieb über seine Sehnsucht nach der Heimat im Süden. Er war mit Guan Daosheng verheiratet, einer geschätzten Malerin und Dichterin, die besonders für ihre Bambusmalereien bekannt war.
In der Kunst trat Zhao Mengfu für das ein, was er „den antiken Geist“ nannte. Er wollte über den detailreichen Stil der Song-Akademie hinausgehen und Anregungen aus der Tang- und der frühen Song-Zeit beziehen. Seine Landschaft „Herbstfarben an den Bergen Qiao und Hua“ von 1295 im Nationalen Palastmuseum in Taipeh wurde für einen Freund gemalt, der die Heimat seiner Familie nie gesehen hatte. Das Bild ist schlicht, fast archaisch, mit ruhigen Formen und leichter Farbe. Er malte auch Pferde und Schafe und brachte den Pinselstrich der Kalligrafie in die Malerei ein.
Als Kalligraf schuf er einen eleganten und klaren Stil, der über Jahrhunderte zum Vorbild wurde und gedruckte Schriftarten beeinflusst hat. Sein Enkel Wang Meng wurde einer der vier Meister der Yuan-Dynastie. Zhao Mengfu gilt als der Künstler, der die chinesische Malerei nach der Song-Zeit erneuerte und der Tradition der gelehrten Maler den Weg bereitete.