Tadao Ando

Tadao Ando war Boxer, bevor er Architekt wurde, und erlernte den Beruf durch Reisen und Lektüre. Seine Bauten aus glattem Beton, etwa die Kirche des Lichts, verbinden Moderne und japanische Tradition zu Räumen aus Licht und Stille.
Tadao Ando wurde 1941 in Osaka geboren und wuchs bei seiner Großmutter auf. Eine Zeit lang war er Profiboxer. Er hatte keine formale Ausbildung in Architektur, sondern lernte durch die Arbeit mit Zimmerleuten, durch Lektüre und durch Reisen. Anfang der 1960er-Jahre reiste er durch Europa, die USA und Afrika und studierte unter anderem die Bauten Le Corbusiers. 1969 eröffnete er ein Büro in Osaka, in dem er noch heute arbeitet.
Andos Durchbruch war ein kleines Reihenhaus in Osaka, das Azuma-Haus von 1976, ein Betonkasten mit einem offenen Hof in der Mitte. Er entwickelte eine Architektur aus glattem, sorgfältig gegossenem Beton, in die das Licht durch Schlitze und Öffnungen fällt. Zu seinen bekannten Werken gehören die Kirche des Lichts in Ibaraki, die Kirche auf dem Wasser auf Hokkaido und Museen auf der Insel Naoshima, wo Kunst und Architektur sich mit der Landschaft verbinden. Er hat auch die Pulitzer Arts Foundation in St. Louis, das Modern Art Museum of Fort Worth und den Umbau der Bourse de Commerce in Paris für die Sammlung Pinault entworfen.
Ando erhielt 1995 den Pritzker-Preis. Er ist einer der bekanntesten Architekten der Welt und hat an mehreren Universitäten gelehrt, unter anderem an der Universität Tokio. Seine Art, mit Beton, Licht und Natur zu arbeiten, hat Architekten weit über Japan hinaus beeinflusst. Er hat seine Architektur als Versuch bezeichnet, den Menschen in der Stadt zur Natur zurückzuführen.