Pierre Cuypers

Pierre Cuypers entwarf das Rijksmuseum, den Hauptbahnhof von Amsterdam und eine große Zahl katholischer Kirchen. Seine Neugotik in rotem Backstein wurde im Holland des 19. Jahrhunderts fast zu einem Nationalstil.
Petrus Josephus Hubertus Cuypers wurde 1827 in Roermond in Limburg in eine katholische Familie geboren. Er studierte an der Kunstakademie in Antwerpen und wurde 1850 Stadtarchitekt in Roermond. Dort gründete er eine Werkstatt für Kirchenkunst, die Skulpturen, Möbel und Glasmalereien herstellte. Er war vom französischen Architekten Eugène Viollet-le-Duc und von der englischen Neugotik beeinflusst und wollte das Handwerk und die Baukunst des Mittelalters wiederbeleben.
Cuypers entwarf eine große Zahl von Kirchen in den Niederlanden, viele davon in rotem Backstein und mit hohen Türmen, nachdem die Katholiken 1853 wieder das Recht erhalten hatten, sich zu organisieren. 1865 zog er nach Amsterdam. Er gewann den Auftrag für das Rijksmuseum, das 1876–1885 gebaut wurde, und für den Amsterdamer Hauptbahnhof (1881–1889). Beide Gebäude verbinden Gotik und niederländische Renaissance in Backstein und Stein und sind reich mit Skulpturen und Kacheln geschmückt, die von der Geschichte des Landes erzählen. Er restaurierte auch Schlösser und Kirchen, darunter die Burg De Haar.
Cuypers starb 1921 in Roermond, wohin er zurückgekehrt war. Er gilt als der wichtigste Architekt der Niederlande im 19. Jahrhundert, und seine Gebäude prägen noch immer das Stadtbild von Amsterdam. Von Protestanten wurde er dafür kritisiert, das Museum der Nation in eine katholische Kathedrale verwandelt zu haben, doch seine Ideen von ehrlicher Konstruktion und Handwerk beeinflussten die nächste Generation, darunter Hendrik Petrus Berlage, der die niederländische Architektur in Richtung Moderne führte.