Jean Nouvel

Jean Nouvel gelang der Durchbruch mit dem Institut du monde arabe in Paris, dessen Fassade Tausende von Blenden hat, die sich öffnen und schließen. Seine Bauten, vom Louvre Abu Dhabi bis zur Philharmonie de Paris, suchen jedes Mal eine neue Form.
Jean Nouvel wurde 1945 in Fumel im Südwesten Frankreichs geboren. Seine Eltern waren Lehrer. Er wollte Künstler werden, studierte aber Architektur an der École des Beaux-Arts in Paris. Er arbeitete bei dem Architekten Claude Parent und dem Theoretiker Paul Virilio und eröffnete 1970 ein eigenes Büro. Er war Mitgründer der Bewegung Mars 1976 und des Architektensyndikats und beteiligte sich an der Debatte über Architektur und Gesellschaft.
Das 1987 eröffnete Institut du monde arabe in Paris hat eine Südfassade mit Tausenden von Metallblenden, die sich je nach Licht öffnen und schließen, wie ein modernes arabisches Gitterwerk. Das machte ihn international bekannt. Er baute die Fondation Cartier in Paris, deren Glasscheiben die Grenze zwischen Haus und Garten verwischen, und den Torre Agbar in Barcelona. Das Musée du quai Branly in Paris hat eine Pflanzenwand, der Louvre Abu Dhabi eine Kuppel aus Mustern, die das Licht filtern. Er entwarf außerdem das Konzerthaus in Kopenhagen, das DR Koncerthuset, und die Philharmonie de Paris.
Nouvel erhielt 2008 den Pritzker-Preis. Er betont, dass jedes Gebäude eine Antwort auf seinen Ort sein soll, weshalb seine Werke keinen einheitlichen Stil haben. Die Philharmonie de Paris verzögerte sich und wurde teuer, und er distanzierte sich eine Zeit lang vom Ergebnis. Er gilt als einer der wichtigsten Architekten Frankreichs und hat mit dem Konzerthaus in Kopenhagen auch im Norden Spuren hinterlassen.