Gerrit Rietveld

Gerrit Rietveld war Möbeltischler und wurde Architekt. Sein Rot-Blauer Stuhl und das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht sind die bekanntesten Werke des De Stijl, in denen Flächen, Linien und reine Farben den Alltag in Kunst verwandeln.
Gerrit Rietveld wurde 1888 in Utrecht als Sohn eines Möbeltischlers geboren und arbeitete ab seinem elften Lebensjahr in der Werkstatt seines Vaters. Er besuchte Abendkurse in Zeichnen und Architektur und eröffnete 1917 seine eigene Möbelwerkstatt. Im selben Jahr oder im Jahr darauf entstand die erste Version des Stuhls, der später zum Rot-Blauen Stuhl wurde. Er kam in Kontakt mit der Gruppe De Stijl um Theo van Doesburg und Piet Mondrian, die aus geraden Linien und Primärfarben eine neue Kunst schaffen wollte.
Rietvelds Stuhl wurde in Rot, Blau, Gelb und Schwarz gestrichen und zu einem Symbol des De Stijl. Sein großer Durchbruch als Architekt war das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht, das er 1924 gemeinsam mit Truus Schröder-Schräder baute. Er entwarf auch den zickzackförmigen Zig-Zag-Stuhl, Wohnhäuser in Utrecht und Wien und in den 1950er-Jahren den niederländischen Pavillon auf der Biennale von Venedig. Sein letztes großes Werk, das Van Gogh Museum in Amsterdam, wurde nach seinem Tod vollendet.
Rietveld starb 1964 in Utrecht, im Rietveld-Schröder-Haus, wo er die letzten Jahre wohnte. Er gilt als einer der wichtigsten niederländischen Architekten und Designer des 20. Jahrhunderts. Das Rietveld-Schröder-Haus wurde 2000 zum Welterbe erklärt, und seine Möbel werden noch immer hergestellt. Sein Werk zeigt, wie das Gespür eines Tischlers für Material und Konstruktion sich mit den Ideen der Avantgarde verbinden ließ.