Kenzo Tange

Kenzo Tange
Unknown photographer, Public domain

Kenzo Tange entwarf das Friedensmuseum in Hiroshima und die Olympiahallen von Tokio 1964. Er verband japanische Tradition mit Le Corbusiers Beton und wurde der erste Japaner, der den Pritzker-Preis erhielt.

Kenzo Tange wurde 1913 in Osaka geboren und wuchs in Imabari und teils in China auf. Angeregt von Abbildungen der Werke Le Corbusiers, studierte er Architektur an der Kaiserlichen Universität Tokio. Er arbeitete bei Kunio Maekawa, der selbst bei Le Corbusier gearbeitet hatte. Während des Krieges gewann er Wettbewerbe mit monumentalen Entwürfen. 1946 wurde er Dozent an der Universität Tokio, wo er ein Labor leitete, das mehrere der führenden Architekten Japans ausbildete.

1949 gewann Tange den Wettbewerb um den Friedenspark in Hiroshima, mit dem Friedensmuseum auf Stützen und einer Achse auf die Ruine der Ausstellungshalle, die heute Atombombenkuppel genannt wird. Er entwarf das Präfekturgebäude in Kagawa, in dem Betonbalken japanische Holzkonstruktionen nachbilden, und die Sankt-Marien-Kathedrale in Tokio. Für die Olympischen Spiele 1964 baute er die Hallen in Yoyogi mit Hängedächern. Außerdem entwarf er eine Vision für Tokio mit einer über die Bucht von Tokio hinaus gebauten Stadt. Er war Mentor der Metabolisten, einer Gruppe junger Architekten, die Städte bauen wollten, die wie Organismen wachsen.

Tange erhielt 1987 den Pritzker-Preis. In seinen späteren Jahren baute er viel im Ausland, unter anderem im Nahen Osten, in Afrika und in Singapur, sowie das neue Rathaus von Tokio. Er starb 2005. Er gilt als der Architekt, der Japan in die internationale Moderne führte und zeigte, dass sie sich mit einer eigenen Tradition verbinden lässt. Seine Schüler, darunter Arata Isozaki und Fumihiko Maki, wurden führende Architekten.