AEG-Turbinenhalle

AEG-Turbinenhalle, Moabit, Berlin
Doris Antony, Berlin, CC BY-SA 3.0

Behrens’ Turbinenfabrik für das Elektrizitätsunternehmen AEG sieht aus wie ein Tempel der Industrie. Die Stahlbögen und die gewaltigen Glasflächen zeigen die Konstruktion, während die Betonecken und der Giebel dem Bau eine monumentale Form geben. Das Gebäude wurde zu einem Symbol der frühen Moderne.

AEG stellte 1907 Peter Behrens als künstlerischen Berater ein. Er gestaltete die Produkte, Logos und Gebäude des Unternehmens und gilt als einer der ersten Industriedesigner. Die Turbinenhalle wurde 1909 in der Huttenstraße in Moabit für die Montage großer Dampfturbinen gebaut. Der Ingenieur Karl Bernhard berechnete die Stahlkonstruktion.

Die Halle ist etwa 120 Meter lang und hat ein Tragwerk aus Dreigelenkbögen aus Stahl, mit Gelenken am Fuß und im Scheitel. Zwischen den Stützen an der Längsseite sitzen große Glasflächen, die sich nach innen neigen. Der Giebel zur Straße hat eine vieleckige Form, die an einen Tempel erinnert. Die Ecken sind aus Beton, aber nicht tragend, und ihre waagerechten Bänder verleihen ihnen ein schweres Aussehen. Das wurde als Widerspruch kritisiert: Das Gebäude zeigt die Konstruktion, gibt sich aber zugleich als gemauert aus.

Während Behrens’ Zeit bei AEG arbeiteten mehrere junge Architekten in seinem Büro, darunter Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier. Die Turbinenhalle wurde damit zu einer Schule der Moderne. Sie wird weiterhin zur Herstellung von Turbinen genutzt und steht unter Denkmalschutz. Das Gebäude zeigte, wie Industriearchitektur eine künstlerische Form erhalten konnte.