Brooklyn Bridge

Brooklyn Bridge, New York
Christian David, CC BY-SA 4.0

Als die Brücke 1883 eingeweiht wurde, war sie die längste Hängebrücke der Welt und die erste, die an Stahlkabeln hing. Die beiden Granittürme mit Spitzbögen erinnern an gotische Kathedralen. Ein Fußweg in der Mitte verläuft über den Fahrbahnen, mit Blick auf Manhattan.

John A. Roebling, ein in Deutschland geborener, auf Hängebrücken spezialisierter Ingenieur, entwarf die Brücke zwischen Manhattan und Brooklyn. Bei einem Unfall 1869 wurde er verletzt und starb kurz darauf. Sein Sohn Washington Roebling übernahm, erkrankte jedoch nach der Arbeit in den Druckkammern, den Caissons, mit denen die Fundamente unter dem Fluss ausgehoben wurden, an der Taucherkrankheit. Er wurde bettlägerig und leitete die Arbeiten von einem Fenster aus, während seine Frau Emily Warren Roebling seine Anweisungen weitergab und sich viel Ingenieurwissen aneignete. Die Brücke wurde am 24. Mai 1883 eingeweiht.

Die Hauptspannweite beträgt etwa 486 Meter. Die Kabel sind aus Stahldraht gesponnen, einem für Hängebrücken damals neuen Material. Zusätzlich zu den senkrechten Hängern hat die Brücke Schrägseile, die von den Türmen in die Brücke führen und sie sehr steif machen. Die Türme sind aus Granit und Kalkstein mit spitzbogigen Öffnungen und verleihen der Brücke einen monumentalen, fast kirchlichen Ausdruck. Über den Fahrbahnen verläuft in der Mitte der Brücke ein erhöhter Fußweg aus Holz.

Sechs Tage nach der Einweihung brach auf dem Fußweg Panik aus, als sich das Gerücht verbreitete, die Brücke stürze ein, und zwölf Menschen starben. Im Jahr darauf führte der Zirkusdirektor P. T. Barnum 21 Elefanten über die Brücke, um zu zeigen, dass sie hielt. Die Brücke ist zu einem Symbol New Yorks geworden und wurde von vielen Künstlern und Fotografen abgebildet. Sie zeigt, wie sich Ingenieurbaukunst und Stilarchitektur im 19. Jahrhundert begegneten.