Château de Chambord

Das Jagdschloss Franz’ I. im Loiretal verbindet italienische Renaissance mit französischer gotischer Tradition. Der Grundriss ist streng symmetrisch, doch das Dach ist ein Wald aus Schornsteinen, Turmspitzen und Laternen. In der Mitte verläuft eine doppelte Wendeltreppe, auf der zwei Personen hinauf- und hinuntergehen können, ohne sich zu begegnen.
Franz I. hatte von seinen Feldzügen italienische Künstler mitgebracht, darunter Leonardo da Vinci, der 1519 in Amboise starb, im selben Jahr, in dem der Bau begann. Viele haben deshalb Leonardo die Idee zu Grundriss und Treppe zugeschrieben, doch es gibt keine Zeichnungen, die das beweisen. Das Schloss wurde als Jagdhaus in königlichem Format gebaut, mit über 400 Räumen und etwa 280 Feuerstellen.
Chambord zeigt, wie die französische Architektur die Renaissance aufnahm: Symmetrie, Pilaster und italienische Ornamente, aber mit den Rundtürmen der mittelalterlichen Burg und den hohen Dächern, die zum nördlichen Klima passen. Der König wohnte hier insgesamt nur wenige Wochen. Das Schloss und das Loiretal sind Welterbe, und das Schloss wurde im 16. Jahrhundert zum Muster der französischen Schlossarchitektur.