Sainte-Foy in Conques

Sainte-Foy in Conques, Conques, Aveyron
Velvet, CC BY-SA 4.0

Die Klosterkirche im kleinen Dorf Conques war eine Station auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Sie hat einen typischen Pilgerkirchengrundriss mit Kapellen rund um den Chor. Über dem Portal sitzt ein steinernes Jüngstes Gericht, auf dem die Seligen und die Verdammten noch immer im Detail zu sehen sind.

Das Kloster in Conques wurde reich, als die Mönche im 9. Jahrhundert die Reliquien der heiligen Fides, der Sainte Foy, dorthin brachten, eines jungen Mädchens, das der Legende nach während der Verfolgungen den Märtyrertod erlitten hatte. Die Reliquien zogen Pilger an, und Conques wurde zu einer Station auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die heutige Kirche wurde um 1050 begonnen und war Anfang des 12. Jahrhunderts im Wesentlichen fertig. Sie ist aus gelbem und grauem Kalkstein und Sandstein der Gegend gebaut. Die Kirche liegt an einem steilen Talhang, und der Bau musste dem engen Gelände angepasst werden.

Die Kirche hat einen kreuzförmigen Grundriss mit hohem Mittelschiff, Seitenschiffen mit Emporen und einem Umgang hinter dem Chor mit vorspringenden Kapellen. Es ist dieselbe Raumanordnung wie in den anderen großen Pilgerkirchen, in denen die Pilger um den Chor herumgehen und die Reliquien sehen konnten, ohne die Messe zu stören. Das Mittelschiff ist von einem Tonnengewölbe überdeckt und im Verhältnis zu seiner Breite ungewöhnlich hoch. Das Tympanon des Westportals aus dem frühen 12. Jahrhundert zeigt das Jüngste Gericht mit rund 120 Figuren. Links von Christus wartet der Höllenrachen, rechts das himmlische Jerusalem. Die Schatzkammer der Kirche besitzt die goldene Reliquienstatue der Sainte Foy aus dem 10. Jahrhundert.

Das Kloster verfiel nach den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts und geriet fast in Vergessenheit. In den 1830er-Jahren besuchte der Schriftsteller Prosper Mérimée, damals Inspektor der historischen Monumente Frankreichs, den Ort und sorgte dafür, dass die Kirche gerettet wurde. Zwischen 1987 und 1994 setzte der Maler Pierre Soulages 104 Fenster aus einem von ihm entwickelten halbdurchsichtigen Glas ein, das Licht hereinlässt, ohne Farbe zu zeigen. Die Kirche gehört zum Welterbe der Pilgerwege nach Santiago de Compostela in Frankreich. Sie zeigt, wie die Pilgerfahrten die romanische Kirchenarchitektur prägten.