Pavillon Gustavs III.

Pavillon Gustavs III., Hagapark, Solna
Holger.Ellgaard, CC BY-SA 3.0

Gustav III. wollte in Haga ein großes Schloss bauen, musste sich aber während der Bauzeit mit einem Pavillon begnügen. Die Innenausstattung, inspiriert von den Wandmalereien Pompejis, ist ein Hauptwerk des gustavianischen Stils. Von außen ist der Pavillon schlicht und hell, mit einem niedrigen Säulenportikus.

Gustav III. erwarb Haga in den 1770er-Jahren und ließ nach Plänen von Fredrik Magnus Piper einen englischen Landschaftspark anlegen. Er plante ein großes Schloss nach Entwürfen von Louis Jean Desprez, dessen Grundmauern 1786 begonnen wurden. Bis zu dessen Fertigstellung wurde ein kleinerer Pavillon nach Entwürfen von Olof Tempelman errichtet, mit der Innenausstattung von Louis Masreliez. Der Pavillon entstand um 1787–1792. Masreliez hatte lange in Italien studiert und sich von Raffaels Loggien im Vatikan und den neu entdeckten Wandmalereien in Pompeji und Herculaneum anregen lassen. Das Gebäude besteht aus verputztem Backstein und Holz. Es wurde zum privaten Rückzugsort des Königs, wo er arbeiten und in entspannter Umgebung einen kleinen Kreis empfangen konnte, fern vom Hof im Stockholmer Schloss.

Der Pavillon liegt an der Bucht Brunnsviken und hat eine schlichte, helle Fassade mit einem niedrigen Säulenportikus zum Wasser hin. Das Innere gliedert sich in eine Zimmerflucht mit unterschiedlichen Formen und Farben. Der Spiegelsalon zum See hin hat Spiegel, die Licht und Aussicht einfangen. Im Schlafzimmer steht das Bett in einer Nische hinter Säulen. Die Wände sind mit leichten Ornamenten im pompejanischen Stil bemalt: Ranken, Grotesken, Medaillons und dünne Linien auf hellem Grund. Die Möbel sind gustavianisch und für die Räume angefertigt. Alles ist klein im Maßstab, aber sorgfältig abgewogen und zeigt den gustavianischen Stil in seiner raffiniertesten Form. Der Pavillon ist eher eine private Wohnung als ein repräsentatives Schloss, und gerade das macht ihn ungewöhnlich.

Gustav III. wurde 1792 ermordet, und der Schlossbau wurde abgebrochen. Die Grundmauern stehen als Ruine im Park. Der Pavillon wurde von späteren Königen genutzt und mehrfach restauriert, doch die Ausstattung von Masreliez ist im Wesentlichen erhalten. Er gehört heute zu den königlichen Schlössern und ist im Sommer für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Hagapark stehen auch weitere Bauten aus der Zeit Gustavs III., darunter die Kupferzelte, der Echotempel, der Türkische Pavillon und die Chinesische Pagode. Der Hagapark gehört zum Königlichen Nationalstadtpark. Der Pavillon wurde zum Vorbild für den gustavianischen Stil in Herrenhäusern und bürgerlichen Wohnungen, wo helle Farben, einfache Formen und klassische Ornamente die Überladenheit des Rokoko ablösten. Er zeigt, wie Schweden den europäischen Klassizismus aufnahm und ihm ein eigenes, kühles und elegantes Gepräge gab.