Hephaistostempel

Hephaistostempel, Agora, Athen
Julian Lupyan, CC0

Der Tempel auf einem Hügel oberhalb der Agora von Athen ist der besterhaltene dorische Tempel Griechenlands. Er wurde für den Schmiedegott Hephaistos und die Göttin des Handwerks, Athena, mitten zwischen den Werkstätten der Stadt errichtet und behielt sein Dach, weil er im 7. Jahrhundert zur Kirche wurde.

Der Hephaistostempel wurde um 449 v. Chr. begonnen, ungefähr zur selben Zeit wie der Parthenon, aber langsam gebaut und erst während des Peloponnesischen Krieges fertiggestellt. Er ist kleiner und konventioneller als der Parthenon: sechs Säulen an den Schmalseiten und dreizehn an den Langseiten, aus pentelischem Marmor, mit Friesen und Skulpturen teilweise aus parischem Marmor. Lange wurde er Theseion genannt, weil die Friese die Taten des Theseus zeigen, doch Funde von Bronzegießereien und Werkstätten ringsum zeigten, dass hier der Gott der Handwerker verehrt wurde.

Dass der Tempel fast vollständig erhalten ist, liegt daran, dass er zur Kirche umgebaut wurde, die dem heiligen Georg geweiht war. Damals wurde über die Cella ein Tonnengewölbe geschlagen und der Eingang verlegt, doch die Säulen und das Gebälk blieben. Im 19. Jahrhundert diente er als Begräbnisplatz für Protestanten und als Museum, bevor er zum Denkmal wurde. Wer verstehen will, wie ein dorischer Tempel mit Dach, Friesen und unversehrten Proportionen gedacht war, findet hier einen besseren Ort als auf der Akropolis.