Invalidendom

Ludwig XIV. ließ ein Heim für Kriegsinvaliden bauen und beauftragte Hardouin-Mansart, für dessen Kirche eine der strahlendsten Kuppeln von Paris zu entwerfen. Die vergoldete Kuppel ist über der halben Stadt zu sehen. Seit 1840 ruht Napoleon hier unter der Kuppel.
Ludwig XIV. gründete 1670 das Hôtel des Invalides als Wohnstätte und Hospital für alte und verwundete Soldaten. Libéral Bruant entwarf die große Anlage mit Höfen und einer Soldatenkirche. Hardouin-Mansart, der später erster Architekt des Königs wurde, erhielt 1677 den Auftrag, im Anschluss an die Soldatenkirche eine königliche Kirche zu bauen. Sie wurde 1706 fertig. Die Kuppel war als königliche Kapelle und vielleicht als Grabstätte für den König selbst gedacht, wurde aber nie so genutzt.
Die Kirche hat einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes mit Kapellen in den Ecken, und über der Mitte erhebt sich die Kuppel. Sie ist in drei Schalen gebaut: eine innere mit einer Öffnung in der Mitte, eine mittlere mit Malereien des Himmels, die durch die Öffnung zu sehen sind, und eine äußere aus Holz, mit Blei und Vergoldung überzogen. Die Gesamthöhe beträgt etwa 107 Meter. Die Fassade hat zwei Geschosse mit dorischen und korinthischen Säulen und lenkt den Blick hinauf zum Tambour und zur Kuppel.
König Louis-Philippe beschloss, Napoleons sterbliche Überreste von St. Helena heimzuholen, und 1840 wurden sie zu den Invaliden gebracht. Der Architekt Louis Visconti schuf unter der Kuppel eine offene Krypta, in der der Sarkophag 1861 aufgestellt wurde. Hier liegen auch andere Militärs begraben, darunter Napoleons Bruder Joseph. Die Kuppel wurde zuletzt 1989 mit etwa 12 Kilogramm Gold neu vergoldet. Der Invalidendom wurde zum Vorbild für Kuppeln in mehreren Ländern, und sein Baumeister Hardouin-Mansart beeinflusste auch Tessin den Jüngeren.