Kulturhuset

Kulturhuset, Sergels torg, Stockholm
Holger.Ellgaard, CC BY-SA 3.0

Das Kulturhuset war als offenes „Wohnzimmer der Kultur“ zum Sergels torg hin gedacht, mit einer langen Glasfassade zum Platz und weiträumigen Geschossen, in denen sich alles verschieben lässt. Zwischen 1971 und 1983 tagte der Reichstag (Riksdag) in dem Teil, in dem sich heute das Stadttheater (Stadsteatern) befindet.

Stockholms City wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren abgerissen und umgebaut, und am neuen Sergels torg wollte die Stadt ein Haus für Kultur. Peter Celsing gewann Mitte der 1960er-Jahre einen Wettbewerb, und er entwarf auch das nahe gelegene Haus der Riksbank am Brunkebergstorg. Das Gebäude wurde Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre errichtet, und das Kulturhuset öffnete 1974, im Todesjahr Celsings. Der Reichstag brauchte in der Zwischenzeit ein provisorisches Quartier, während das Riksdagshuset umgebaut wurde, und erhielt deshalb den südlichen Teil. Das Gebäude hat ein Tragwerk aus Beton mit großen Spannweiten, sodass die Geschosse offen bleiben konnten. Die Glasfassade zum Platz ist so gebaut, dass sie die Aktivitäten im Inneren des Hauses zeigt.

Das Haus besteht aus zwei Teilen: dem langen, niedrigen Teil zum Sergels torg und einem geschlosseneren Teil im Süden, in dem der Reichstag tagte und in dem sich heute das Stadttheater befindet. Zum Platz hin hat die Fassade Glas vom Boden bis zur Decke, gegliedert durch weiße Betonbänder an jeder Geschossdecke, sodass das Haus einem Bücherregal gleicht. Im Inneren sind die Geschosse frei und lassen sich unterschiedlich einteilen, für Bibliothek, Ausstellungen, Cafés und Werkstätten. Celsing wollte, dass das Haus ein offener Ort sein sollte, an dem jeder hineingehen, eine Zeitung lesen oder eine Ausstellung ansehen konnte. Vor dem Haus liegt der Sergels torg mit der abgesenkten Plattform, und in der Mitte des Kreisverkehrs darüber steht Edvin Öhrströms Glasskulptur „Kristallvertikalaccent“.

Als der Reichstag 1983 nach Helgeandsholmen zurückkehrte, wurde der südliche Teil für das Stadttheater umgebaut, das einige Jahre später einzog. Kulturhuset und Stadttheater sind seither zu einer Organisation zusammengeschlossen worden. Das Haus wurde mehrfach renoviert und umgebaut, und die Debatte darüber, wie Celsings offene Idee bewahrt werden soll, hat jede Veränderung begleitet. Das Kulturhuset wurde zu einem der deutlichsten Ausdrücke des Glaubens der 1960er-Jahre an die Kultur als Teil des Alltags, im Einklang mit der damaligen Kulturpolitik. Celsing war einer der bedeutendsten Architekten seiner Generation, und er entwarf auch die Kirche von Vällingby und das Filmhaus (Filmhuset) auf Gärdet. Das Kulturhuset ist zu einem der meistbesuchten Gebäude Stockholms geworden, und die Glasfassade zum Platz ist ein bekanntes Bild der Stadt.