Palais Stoclet

Palais Stoclet, Brüssel
PtrQs, CC BY-SA 4.0

Der Bankier Adolphe Stoclet ließ Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte freie Hand und ein unbegrenztes Budget. Das Haus ist ein weißer Kasten mit Marmorplatten und schwarzen Randleisten aus Bronze, und im Inneren schuf Gustav Klimt einen Fries aus Gold und Mosaik. Es ist ein Gesamtkunstwerk vom Dach bis zum Besteck.

Adolphe Stoclet, ein belgischer Bankier und Kunstsammler, lebte eine Zeit lang in Wien und lernte die Künstler der Wiener Werkstätte kennen. 1905 beauftragte er Josef Hoffmann mit dem Bau seines Hauses in Brüssel. Das Haus wurde 1911 fertiggestellt. Hoffmann und seine Mitarbeiter entwarfen nicht nur das Haus, sondern auch den Garten, die Möbel, die Teppiche, die Lampen und das Besteck. Gustav Klimt schuf den Mosaikfries im Speisezimmer mit dem Lebensbaum und Figuren, die „Erwartung“ und „Erfüllung“ genannt werden.

Das Haus besteht aus kastenförmigen Baukörpern, die gegeneinander versetzt sind, und besitzt einen hohen Treppenturm mit vier Figuren und einer Blumenkuppel an der Spitze. Die Fassaden sind mit dünnen Platten aus weißem norwegischem Marmor verkleidet, die von Bronzeleisten eingerahmt werden. Dadurch wirkt das Haus leicht, fast als wäre es aus Papier gebaut. Im Inneren sind die Materialien exklusiv: Marmor, Edelholz, Onyx und Mosaik. Alles ordnet sich einer geometrischen Formensprache mit Quadraten und geraden Linien unter, die Wien von den geschwungenen Formen des Brüsseler Jugendstils unterscheidet.

Das Haus wurde bis ins 21. Jahrhundert von der Familie Stoclet bewohnt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. 2009 wurde es zum Welterbe. Das Palais Stoclet gilt als Hauptwerk der Wiener Werkstätte und als eines der wichtigsten Häuser zwischen Jugendstil und Moderne. Es zeigte, wie Architektur, Kunsthandwerk und Kunst in einem Gesamtkunstwerk verschmelzen konnten.