Robie House

Robie House, Chicago
Teemu08, CC BY-SA 3.0

Wrights Präriehaus in Chicago liegt niedrig und lang, mit Dachüberständen, die mehrere Meter ohne sichtbare Stützen hinausragen. Die Räume gehen um einen zentralen offenen Kamin herum ineinander über. Das Haus ist eines der frühesten Beispiele für den offenen Grundriss.

Frederick C. Robie, ein junger Geschäftsmann der Fahrrad- und Automobilbranche, ließ sich von Frank Lloyd Wright sein Heim im Stadtteil Hyde Park nahe der University of Chicago entwerfen. Das Haus wurde 1909 bis 1910 gebaut. Wright war damals der Anführer des Prairie Style, einer amerikanischen Architektur, die zur flachen Landschaft des Mittleren Westens passen sollte. Robie wohnte nur kurze Zeit in dem Haus, bevor er es aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen musste.

Das Haus ist lang und niedrig, mit waagerechten Linien, die durch lang gestreckte Backsteine mit tiefen Lagerfugen und helle Gesimse betont werden. Die Dächer haben eine geringe Neigung und ragen weit hinaus, getragen von Stahlträgern. Im Erdgeschoss befinden sich Billardzimmer und Spielzimmer, darüber liegen Wohn- und Esszimmer in einem einzigen langen Raum, nur durch den offenen Kamin getrennt. An den Wänden entlang verlaufen Fenstertüren mit bleiverglasten Scheiben in geometrischen Mustern. Wright entwarf auch Möbel, Beleuchtung und Textilien.

Das Haus war mehrfach vom Abriss bedroht, unter anderem in den 1950er-Jahren, wurde aber nach Protesten gerettet. Es wurde in Etappen restauriert und ist heute ein Museum. Seit 2019 gehört das Robie House zum Welterbe der Architektur Wrights des 20. Jahrhunderts. Es beeinflusste europäische Architekten, als Wrights Arbeiten 1910 und 1911 in Berlin veröffentlicht wurden, und der offene Grundriss wurde zu einer der Grundideen der Moderne.