Stadtbibliothek Wyborg

Stadtbibliothek Wyborg, Wyborg
Ninaraas, CC BY 4.0

Aaltos Bibliothek in Wyborg hat runde Oberlichter, die ein gleichmäßiges Licht über den Lesesaal verbreiten, und einen Vortragsraum mit wellenförmiger Holzdecke. Das Gebäude wurde 1935 fertiggestellt und liegt seit dem Zweiten Weltkrieg in Russland. Nach langem Verfall wurde es mit finnischer Hilfe restauriert.

Wyborg war eine der größten Städte Finnlands, als Alvar Aalto 1927 den Wettbewerb für eine Stadtbibliothek gewann. Der Entwurf war zunächst klassizistisch, doch er überarbeitete ihn mehrmals, und die Bibliothek wurde 1933 bis 1935 im funktionalistischen Stil gebaut. Sie liegt in einem Park in der Stadt. Nach dem Winterkrieg und dem Fortsetzungskrieg fiel Wyborg an die Sowjetunion, und das Gebäude wurde zu einer russischen Bibliothek.

Die Bibliothek besteht aus zwei rechteckigen Baukörpern. Der Lesesaal wird von 57 runden Oberlichtern beleuchtet, deren Licht gleichmäßig und schattenlos auf die Bücher fällt. Die Böden liegen auf verschiedenen Ebenen, und der Ausleihtresen steht tiefer als die umgebenden Regale. Im Vortragssaal hat die Decke eine wellenförmige Form aus Holzstäben, die Aalto für eine gute Akustik gestaltete. Aalto entwarf auch Möbel, Lampen und Türgriffe.

Das Gebäude wurde im Krieg beschädigt und verfiel in der Sowjetzeit. Seit den 1990er-Jahren lief eine Restaurierung mit Unterstützung aus Finnland und anderen Ländern, die 2013 abgeschlossen wurde. Die Bibliothek gilt als eines der frühen Meisterwerke Aaltos, in dem der Funktionalismus durch natürliches Licht, Holz und organische Formen gemildert wurde.