Dom zu Visby

Sankta Maria wurde von den deutschen Kaufleuten erbaut, die in Visby Handel trieben, und 1225 geweiht. Sie ist die einzige der mittelalterlichen Kirchen der Stadt, die noch genutzt wird. Die Türme mit ihren Barockhauben sind zu einem Wahrzeichen Visbys geworden.
Visby war im 12. und 13. Jahrhundert eine der wichtigsten Handelsstädte der Ostsee. Deutsche Kaufleute, die zwischen Lübeck und Nowgorod unterwegs waren, ließen sich hier nieder und errichteten eine eigene Kirche, die Maria geweiht war. Mit dem Bau wurde Ende des 12. Jahrhunderts begonnen, und 1225 wurde sie geweiht. Die Kirche war zunächst eine romanische Basilika aus Kalkstein von der Insel. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde sie in mehreren Etappen um- und ausgebaut und erhielt gotische Züge. Als Visby im Spätmittelalter seine Stellung verlor, verfielen die meisten Kirchen der Stadt, doch Sankta Maria blieb als Gemeindekirche der Stadt erhalten.
Die Kirche hat einen kräftigen Westturm und zwei schmalere Türme am Chor. Sie wurde zu einer Hallenkirche umgebaut, in der die Schiffe ungefähr gleich hoch sind. Das romanische Portal an der Westseite und das reich verzierte gotische Portal an der Südseite zeigen die beiden Stile nebeneinander. Die Svertingskapelle an der Südseite wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Der Innenraum ist hell und weiß verputzt und besitzt eine Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten.
Nach einem Brand im Jahr 1744 erhielten die Türme ihre charakteristischen schwarzen Barockhauben. Als 1572 das Bistum Visby gegründet wurde, wurde Sankta Maria zur Domkirche des Bistums. Die Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts restauriert. Sie gehört seit 1995 zum Welterbe „Hansestadt Visby“, zusammen mit der Ringmauer und den zahlreichen Kirchenruinen. Der Dom zeigt, wie deutsche Vorbilder und lokales Material im Gotland des Mittelalters aufeinandertrafen.