Francis Bacon

Francis Bacon
Paul van Somer I / Formerly attributed to Frans Pourbus the Younger, Public domain

Maler der verzerrten Körper.

Francis Bacon malte schreiende Päpste und verzerrte Körper in kahlen Räumen. Seine Bilder handeln von Angst und Fleischlichkeit.

Francis Bacon wurde 1909 in Dublin als Sohn englischer Eltern geboren. Sein Vater war Pferdetrainer und tat sich schwer damit, die Homosexualität seines Sohnes zu akzeptieren. Als Jugendlicher verließ Bacon nach einem Streit mit dem Vater das Elternhaus. Er lebte eine Zeit lang in Berlin und Paris, wo eine Picasso-Ausstellung 1927 in ihm den Wunsch weckte, Maler zu werden. Er hatte keine formale Kunstausbildung und arbeitete zunächst als Innenarchitekt und Möbeldesigner in London.

Der Durchbruch kam 1945 mit „Drei Studien zu Figuren am Fuß einer Kreuzigung“ von 1944, drei schreiende Wesen vor orangefarbenem Hintergrund. Es befindet sich in der Tate Britain in London. In den 1950er-Jahren malte er seine berühmten Päpste, wobei er von Velázquez' Porträt Papst Innozenz' X. ausging, den Papst aber hinter durchsichtigen Vorhängen aus Pinselstrichen schreien ließ. Den Schrei übernahm er unter anderem von einem Standbild aus dem Film „Panzerkreuzer Potemkin“.

Bacon arbeitete oft nach Fotografien, unter anderem nach Eadweard Muybridges Bewegungsstudien und Bildern von Freunden. Seine Figuren winden sich und scheinen zu zerfließen, oft in kahlen Räumen oder in durchsichtigen Käfigen. Er malte auf der unbehandelten Rückseite der Leinwand und arbeitete gern in Triptychen, drei Teilen nebeneinander. Sein Atelier in London war berühmt chaotisch und ist heute rekonstruiert in der Hugh Lane Gallery in Dublin zu sehen.

Sein Privatleben war stürmisch. Sein Geliebter George Dyer nahm sich 1971 in Paris das Leben, kurz vor der Eröffnung von Bacons großer Ausstellung im Grand Palais, und Bacon malte danach mehrere schwarze Triptychen zu seinem Gedenken. Er verkehrte in Soho unter anderem mit Lucian Freud, und seine „Drei Studien von Lucian Freud“ von 1969 wurden 2013 für einen der höchsten Preise verkauft, die je für ein Kunstwerk bei einer Auktion gezahlt wurden.

Bacon starb 1992 in Madrid. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler nach dem Zweiten Weltkrieg und als einer der Künstler, die Angst, Gewalt und die Körperlichkeit des Menschen am eindringlichsten dargestellt haben.