Gustave Caillebotte

Gustave Caillebotte
Gustave Caillebotte, Public domain

Maler der modernen Stadt.

Gustave Caillebotte war reich und finanzierte die Impressionisten. Er malte die neuen Boulevards von Paris mit kühner Perspektive.

Gustave Caillebotte wurde 1848 in Paris in eine sehr wohlhabende Familie geboren. Sein Vater hatte sein Geld mit Textillieferungen an die Armee verdient. Gustave legte 1870 das juristische Examen ab und nahm am Deutsch-Französischen Krieg teil. Danach begann er, Malerei zu studieren, zunächst im Atelier von Léon Bonnat und kurze Zeit an der École des Beaux-Arts.

1875 lehnte der Salon sein Gemälde „Die Parkettschleifer“ ab, das Arbeiter beim Hobeln eines Parkettbodens in einer bürgerlichen Wohnung zeigt. Die Jury hielt das Motiv für ordinär. Stattdessen zeigte er es 1876 auf der zweiten Impressionistenausstellung. Das Gemälde befindet sich heute im Musée d'Orsay. Sein bekanntestes Werk ist „Straße in Paris, Regenwetter“ (1877) im Art Institute of Chicago. Es zeigt Menschen mit Regenschirmen auf einer der neuen, breiten Straßen, die bei der Modernisierung von Paris angelegt wurden.

Caillebotte war realistischer als die meisten Impressionisten. Er malte mit klarer Form, interessierte sich aber für Licht und Wetter. Er verwendete kühne Perspektiven mit dramatisch fluchtenden Linien und ungewöhnliche Blickwinkel, etwa von einem Balkon senkrecht hinab auf die Straße. Er schilderte das moderne bürgerliche Leben: Männer auf Balkonen, Flaneure, Ruderer und Familien zu Hause.

Caillebotte setzte sein Vermögen ein, um seinen Freunden zu helfen. Er mietete Räume für die Ausstellungen, zahlte Mieten und kaufte Gemälde von Monet, Renoir, Pissarro und anderen. Später zog er nach Petit-Gennevilliers an der Seine, wo er sich dem Gartenbau, dem Regattasegeln und dem Bau von Booten widmete. Er heiratete nie.

Caillebotte starb 1894, nur 45 Jahre alt. Er vermachte seine Sammlung impressionistischer Gemälde dem französischen Staat. Das löste Proteste aus, und der Staat nahm nur einen Teil der Werke an. Sie bilden heute eine wichtige Grundlage der Sammlung des Musée d'Orsay. Als Maler geriet er lange in Vergessenheit, doch seit den 1970er-Jahren zählt er zu den wichtigen Künstlern des Impressionismus.